Das Wolkenatlas-Sextett – Cloud Atlas – der etwas andere Film

Es ist schwer, den Film Cloud Atlas [Video] zu beschreiben. Mir fehlten direkt danach quasi die Worte, um ihn zu umschreiben. Mir war auch nicht wirklich klar, wie ich ihn jemandem beschreiben soll, der mich fragt, was darin vorkommt und ob er ihn ansehen soll. Was ich aber auf jeden Fall sagen kann ist: Er lohnt sich!

Der Film vereint sechs Geschichten in einer und trotzdem die Handlungen übereinander gelegt wurden, kann man dem Film sehr gut folgen. Ich hatte nur eine Minute, in der ich das Gefühl hatte, nicht mehr folgen zu können – die Minuten danach haben aber wieder alles aufgeklärt.
Für sich genommen sind die Handlungen der einzelnen Geschichten spannend, aber einfach – das macht es einem leicht, den Film zu verstehen und sich in den Personen wieder zu finden.

Alle Geschichten haben eines gemeinsam: die Protagonisten wollen selbst bestimmen, wer, wie und wo sie sind, leben oder lieben. Das hat mich sehr berührt – ist es doch immer der gleiche Wunsch, der hinter unserem Handeln und der Handlung des Filmes steht: Eine Wahl zu haben.

Es gab zwar kein abgeschlossenes Ende im herkömmlichen Sinne, dafür ein schönes Ende des Filmes, mit ein paar schönen Schlussszenen und es ist auch einfach kein typischer Happy-end-Film.

Neben den beeindruckenden schauspielerischen Leistungen – auch der deutschen Darsteller – war auch die Maske unglaublich. Hugo Weaving als Frau – wer hätte sich das vorstellen können?

Negativ aufgefallen ist mir Hugh Grant – vor allem neben den hervorragenden SchauspielernHalle BarryTom HanksHugo WeavingBae Doo-na und den anderen. Unabhängig davon, dass ich ihn immer gerne in Liebesfilmen sehe und Notting Hill und Mitten ins Herz fest in unserer DVD-Sammlung verankert sind, habe ich ihn an seinen zwei Eigenarten erkannt, die er in jedwede Rolle einbaut: “Okayokayokay” – schnell mehrere “Okay”s hintereinander gesprochen und seiner typischen Bewegung, in die Knie zu gehen und den Oberkörper nach hinten zu beugen, während die Arme ausladend ausgestreckt werden. Nicht gleichzeitig, aber nacheinander bekommt man schnell ein déjà-vu und ich habe mich gefragt, ob dieser Mann auch anders Schauspielern kann.

Meine zwei persönlichen Highlights in diesem Film sind:
1. Ben Wishaw – ein großartiger Schauspieler, gemessen an den ganz großen Hollywoods! Dass er zudem noch James Bonds’ neuer “Q” ist, nimmt mich nur noch mehr für ihn ein.
2. Der Schlusssatz der Geschichte aus 1849, den ich leider nur Sinngemäß wiedergeben kann: “Was ist ein Ozean, wenn nicht unendlich viele Tropfen?” – großes Kino!

Jeder, der auch mal ein wenig Nachdenken möchte und dem platte Filme (manchmal) zu langweilig sind – der sollte sich Cloud Atlas anschauen!

Noch für die Statistik (Sonntag):
Gesamt-Besucherzahl: ca. 250
Als das Licht anging, saßen noch: alle (das Licht ging schnell an…)
Beim Abspann-Wechsel: 22
Und als der Abspann zu Ende war: 13

Kleine Besonderheit: Ein paar dutzend Kinobesucher waren schon draußen, als der Abspann anfing – und ein Dutzend blieb am Platz stehen, um sich den Abspann anzuschauen – offensichtlich überrascht, dass noch etwas folgte, denn im Abspann wird gezeigt, welcher Schauspieler welche Charaktere dargestellt hat.

schwer, schwerer, das Schwergewicht

Vor ein paar Wochen waren wir in Marburg auf Familienbesuch. Da ein Teil der Familie und ihr Freund noch Minderjährig sind, hatten wir am Samstagabend die Auswahl zwischen dem Aufenthalt bei einem befreundeten Grillfleisch-Spezialisten oder einem Besuch des örtlichen Kinos.

Schnell fiel die Wahl auf das Kino, die Wahl des Films fiel aber umso schwerer – zwischen Paranormal Activity 4 und Madagascar 3 liegt halt eine kleine Kluft… Um jetzt Missverständnissen vorzubeugen: wir wollten nicht in PA4. Als Kompromiss haben wir uns geeinigt auf:

Here comes the Boom [Video] – oder: “Das Schwergewicht” [Video] mit Kevin James

Das Marburger Cineplex braucht sich hinter nichts zu verstecken, es liegt sehr zentral direkt in der Stadt und der Kinosaal 2, den wir besucht haben, war vom feinsten: Kein klebender PVC, sondern sauberer dunkelblauer Teppichboden. Die Sitze waren bis runter zum Parkett aus (Kunst?-)Leder und in der Loge sogar mit Kopfstützen ausgestattet. Der Platz pro Sitz war durchgehend großzügig bemessen und in der Loge gab es vereinzelt auch “Pärchen”-Sitze. Da sich der Eingang am Kopfende des Saales befand, hat man sich wohl dazu entschlossen, die letzte Reihe wegzulassen – und erleichtert somit das Verlassen des Kinosaales (vor allem für die, die unter den “Klo-Gängern” leiden müssten) ungemein.

Was bei mir einen fahlen Beigeschmack hinterlassen hat, war die Geschäftspraktik, dass man sich Plätze reservieren kann, dann aber nicht ins Kino gehen muss. Wir gehören der “wer was reserviert, der geht auch hin”-Kategorie an und buchen Kinotickets immer fest. Da ist es natürlich ärgerlich, wenn die besten Plätze im Saal leer bleiben, weil sie reserviert aber eben nicht abgeholt wurden.

Den Film fand ich eher mittelmäßig, ein Film für ziemlich anspruchslose Unterhaltung, typische Kevin James-Attitüden (trottelig aber liebevoll), die man mögen sollte, wenn man in den Film geht. Auch die Nebendarsteller waren eher wenig überraschend: Eine hübsche Nebendarstellerin (gespielt von Salma Hayek), bei der er am Anfang keine Chancen hat, am Ende aber natürlich doch landet; ein Bruder, der nicht glücklich mit seinem Leben, seinem Job, seiner Ehe oder den Kindern ist – und am Ende natürlich den Traumjob findet und wieder glücklich ist – und selbstverständlich der harte MMA-Trainer, der ein wenig schräg und emotional noch nicht ganz am Ende nicht mit dem Erfolg seines Sprösslings klarkommt.
Für mich war vor allem die Besetzung komplett frei von Überraschungen. Dass Bas Rutten, der auch schon in King of Queens an der Seite von Kevin James gespielt hat, hier die Rolle bekommen hat, ist genau so eine Vetternwirtschaft wie die Vergabe der Rolle des Bruders an Kevin James echten Bruder Gary Valentine. Der übrigens auch in King of Queens mitgespielt hat.

Ein wirklich gutes Haar kann ich am Film leider nicht lassen. Ich werde ihn vermutlich nie wieder sehen und definitiv nicht auf DVD oder gar Blu-ray kaufen.

Noch für die Statistik (Samstag):
Gesamt-Besucherzahl: ca. 200
Als das Licht anging, saßen noch: die Hälfte ca. (wir sind hier ebenfalls gegangen)
Und als der Abspann zu Ende war: n/a

Himmelsfall… Skyfall… Geschüttelt, nicht gerührt (oder wars andersrum?)

Als es am Dienstag vor Halloween hieß, dass Daniel Craig in Berlin zur Premiere von James Bond 007: Skyfall anwesend sei, war ich tierisch neidisch – auch wenn ich mit den dutzenden (hunderten?) Fans, die in der Kälte auf dem Potsdamer Platz gewartet haben, nicht wirklich tauschen wollte. Das wäre mir eindeutig zu kalt.

Aber Daniel Craig einmal leibhaftig zu sehen – oder irgend einen der “James Bond“-Darsteller – das muss schon sehr besonders sein und würde ich mir sicher auch nicht entgehen lassen.

Schon eine oder zwei Wochen vorher haben wir uns Tickets für die Vorpremiere des neuen “James Bond 007 – Skyfall” [Video] gekauft und noch super Plätze ergattern können.
Der größte Kinosaal – ausgebucht! Also über 450 weitere James Bond-Fans, durch die Stimmung rund um den Film noch besser wurde.

Zu Beginn des Films hatten wir direkt ein kleines Deja-vu – hatten wir doch gerade erst in 96 Hours – Taken 2 Liam Neeson und dessen Film-Tochter über die Dächer von Istanbul laufen sehen. Auch wenn James Bond nicht läuft, sondern mit einem Motorrad über die Giebel der Häuser fährt, ist es doch ähnlich (“Ach, war das Dach nicht auch in…?” “Oh, ja, stimmt.”).
Das tut der Spannung aber keinen Abbruch.

Das tut nur die Pause, deren Konzept ich bis heute noch nicht richtig verstanden habe. Ich wage zu behaupten, dass Menschen nicht jede Stunde eine (Werbe-)Pause benötigen.

Daniel Craig empfinde ich als positiv minimalistischen, essenziellen Schauspieler, der mit kleinen Gesten und Mimiken die Stimmung des Filmes und der Menschen, die ihn schauen, hevorragend beeinflussen kann (und diese Synchronstimme!).
Ihn in der Rolle als Alkoholiker zu sehen, der nciht einmal mehr geradeaus schießen kann, verleiht dem ganzen Film einen gewissen Dreh – trotz der “der-Gute-gewinnt-immer”-Einstellung, bleibt es realistisch (soweit es ein James Bond-Film vermag).

Ganz besonders hinweisen möchte ich auf den Aston Martin, der, als er endlich auf der Leinwand erschien, vom Kinopublikum (vor allem dem männlichen Teil) mit einem laut geraunten “aaahhhhh” honoriert wurde. Gänsehaut-Feeling.
Hervorzuheben ist ebenfalls der Bösewicht Raoul Silva, gespielt von Javier Bardem – ein Gegenspieler, der einem James Bond würdig ist. Immer einen Schritt voraus, manchmal auch zwei. Trotzdem den Finger ganz nah an der Wunde oder dem Oberschenkel (Insider für die, die den Film schon gesehen haben). Mit den zweiten Sätzen von Raoul Silva ging ein Kichern und verhaltenes Lachen im Publikum einher, dessen ich niemanden berauben möchte – alleine dieser Moment hat den Kartenkauf rechtfertigt. “Wer sagt, dass es das erste Mal wäre?” *herrlich*

Mein einziges Wölkchen am Himmel ist die Herleitung zu “Skyfall” – es macht für mich keinen Sinn, einen Film nach etwas zu benennen, was zwar in 1/3 des Filmes vorkommt, aber meines Erachtens keine tragende Rolle spielt. Da hätten sie den Film auch “Aston Martin” nennen können.

Mein Fazit: Ein toller, spannender Film, der sich auch für Nicht-Bond-Fans lohnt, denn er ist spannend und voller guter Schauspieler (und Autos).

Noch für die Statistik (Mittwoch, vor einem Feiertag, Vorpremiere):
Gesamt-Besucherzahl: ca. 460 – ausgebucht (Saal 1)
Als das Licht anging, saßen noch: alle (das Licht ging schnell an…)
Beim Abspann-Wechsel: 13
Und als der Abspann zu Ende war: 2

Gelesene Bücher VI

Auf meiner Hotlist der noch erscheinenden Bücher:
Wer stirbt, entscheidest du (Lisa Gardner) – Thriller (01.02.2013)

Bald lesen werde ich (also schon gekauft oder wird definitiv gekauft):
Seegrund (Michael Kobr, Volker Klüpfel) – Krimi
Mr. K (J.A. Konrath) – Thriller
Das Alphabethaus (Jussi Adler-Olsen)
Die Landkarte der Zeit (Félix J. Palma)
Trügerisches Bild: Ein Auftrag für Spenser (Robert B. Parker)
Rachezug (Michael Linne)
Starters (Lissa Price)
Frisch verlobt (Susan Mallery)
Frisch verheiratet (Susan Mallery)
Fatal Tango (Wolfram Fleischhauer) – Roman [englisch]
Verblendung (Stieg Larsson) – habe ich als “richtiges” Buch
Das fünfte Zeichen: Harry Holes fünfter Fall (Jo Nesbø) – Krimi
Der Erlöser: Harry Holes sechster Fall (Jo Nesbø) – Krimi
Die Larve: Harry Holes neunter Fall (Jo Nesbø) – Krimi
Lenz’ Fälle (Matthias P. Gibert) – Krimis (Nervenflattern, Kammerflimmern, Zirkusluft, Eiszeit, Bullenhitze, Schmuddelkinder, Menschenopfer, Höllenqual)
Kluftingers Fälle (Michael Kobr, Volker Klüpfel) – Krimi (Laienspiel, Rauhnacht, Schutzpatron, Herzblut)

Derzeit lese ich:
Die Fährte: Harry Holes vierter Fall (Jo Nesbø) – Krimi
Derzeit höre ich:
Er ist wieder da (Timur Vermes) – Comedy

Gelesen im Oktober 2012:
Bei Totschlag drücken Sie die #-Taste (Steel) – Comedy – 7
Die Bombe is’ eh im Koffer (Achim Lucchesi) – Comedy – 6
(diverse, ca. 15 Kurzromane mit ~120-150 Seiten)

Gelesen im September 2012:
Rotkehlchen: Harry Holes dritter Fall (Jo Nesbø) – Krimi – 7
Kakerlaken: Harry Holes zweiter Fall (Jo Nesbø) – Krimi – 7+
Verachtung (Jussi Adler-Olsen) -Thriller – 8
Erntedank – Kluftingers zweiter Fall (Volker Klüpfel und Michael Kobr) – Krimi – 7
Der geheime Stern (Nora Roberts) – Roman – 6
Der gefangene Stern (Nora Roberts) – Roman – 6
Diverse (ich glaube so um die 20…) kürzere Romane (~120-150 Seiten)

Gelesen im August 2012:
ES NERVT! Ist gesunder Menschenverstand heilbar? (Michael Röder) – Sachbuch – 1
Ich sehe dich (Janet Clark) – Thriller – 7
Die Frucht des Bösen (Lisa Gardner)- Thriller – 7
Der Beobachter (Charlotte Link) – Kriminalroman – 6
Tote leben länger (Scott Nicholson) – Roman – 4
Diverse (ich glaube so um die 20…) kürzere Romane (~120-150 Seiten)

Gelesen im Juli 2012:
B:SEITE – dahinter alles anders (Pia Drießen) – Roman – 7
Diverse kürzere Romane

Gelesen im Juni 2012:
Rückkehr an den Ort meiner Träume (Emilie Richards) – Roman 
Heimliche Hochzeit um Mitternacht (Christine Merrill) – Roman
Zärtliche Schatten (Tessa Dare) – Roman
Diverse kürzere Romane

Davor gelesen:
Fantasyromane
Das erste Horn: Das Geheimnis von Askir (Richard Schwartz) – Fantasieroman – 7
Kriminalromane
Milchgeld: Kommisar Kluftingers erster Fall (Volker Klüpfel und Michael Kobr) – habe ich als “richtiges” Buch – Kriminalroman – 7+
Zeitbombe: Lenz’ achter Fall (Matthias P. Gibert) – Kriminalroman – 7
Schneemann: Harry Holes siebter Fall (Jo Nesbø) – 8
Böses Blut (Arne Dahl)
Leopard: Harry Holes achter Fall (Jo Nesbø) – 8
Liebesromane
Michelle Raven, Susan Mallery, Nora Roberts, Liz Fielding, …
Sachbücher
Der Hund, die Krähe, das Om… und ich!: Mein Yoga-Tagebuch (Susanne Fröhlich) – 3

Und diverse Romane, Thriller, Krimis (Agatha Christie, Hercule Poirot, die Monk-Buch-Reihe,RaumIch darf nicht schlafen (Note 9+), Jussi Adler-Olsens ErbarmenSchändung undErlösung (alle 8+) und viele mehr)

Noten: 0 = “die Minuten meines Lebens bekomme ich nie wieder” bis 10 = “genial, fesselnd, perfekt”