Liverpool – eine tolle Stadt, die einen gerne auf Trab hält

Unseren “Sommerurlaub” wollten wir unbedingt in England verbringen – das letzte Mal waren wir 2011 auf einer Art Insel-Tour von London über Manchester, Liverpool, Dublin und wieder zurück. Da uns die lange Fahrt und das Fähre-fahren gefallen hatten, haben wir uns auch dieses Mal für eine Fährüberfahrt entschieden, das war also schnell geklärt. Nur das Ziel war uns noch unklar: Eine Rundtour wie letztes Mal? Oder doch eher ein Ort und von dort aus die Gegend erkunden? Da das letzte Mal weniger entspannend war, fiel die Wahl schnell auf einen Ort, an dem wir eine Woche bleiben wollten: Liverpool. Die Beatles, Titanic, Shopping, Meer – Liverpool hat einiges zu bieten und liegt nah an Wales, das uns beim letzten Trip schon fasziniert hat.

Nach dem Vollpacken des Wagens (inkl. grooßem Verpflegungs-Beutel) und Start gegen 8:30 Uhr zuhause, stehen wir gegen 12:30 Uhr in der Reihe H am Port von Dunkerque (Dünnkirchen) in Frankreich und warten, dass die DFDS-Fähre anlegt und wir endlich reinkönnen. Abfahrt um 14:00 Uhr, Ankunft um 15:00 Uhr bei einer Fahrtdauer von 2 Stunden (jahaa, Zeitverschiebung – den Jet-lag konnten wir aber umgehen, wir sind ja mit dem Auto gefahren…). Angenehm leer war die Fähre, kein Gedrängel oder Geschubse, jeder konnte sich die Kreidefelsen von Dover in aller Ruhe ansehen. Mein letztes Rechtsfahr-Erlebnis war eher panischer Natur, daher bin ich auf dem “Festland” gefahren und der beste Mann hat dann die Strecke Dover-Liverpool in 6 Stunden heruntergerissen. Etwas unfair, aber dafür bin ich auf der Rückfahrt die meiste Strecke gefahren.

Rückfahrt_Liverpool

Eingebucht haben wir uns im Hampton by Hilton in Liverpool inklusive Frühstück, das uns, genau wie den Rest des Hotels, nicht so richtig vom Hocker gehauen hat – aber immerhin: Im Zimmer gab es ein Sofa und wir hatten Meerseite (damit zwar leider auch Straßenseite, aber damit konnten wir leben). Das Beste am Hotel war in der Tat seine Lage: 5 Minuten Fußweg (selbst für fußfaule Menschen wie uns) von allem entfernt, was interessant ist oder klingt: Liverpool ONE (*schmacht*), Maritime Museum, Beatles Museum, Albert Dock, etc., etc. – wir konnten jeden Tag woanders essen gehen, ohne uns sonderlich weit vom Hotel zu entfernen. Ein Traum!

LiverpoolONE

Es gibt so viel zu sehen und zu tun in Liverpool – wir hatten am Anfang etwas Bedenken, dass sich nicht genug finden würde, aber die wurden schnell zerstreut. Leider hat den besten Mann eine etwas stärkere Erkältung ein paar Tage ans Bett gefesselt, so dass ich einiges alleine machen musste – Klimaanlagen waren einfach ungünstig für seine Genesung.

Neben der obligatorischen Hop-on-Hop-off-Tour haben wir natürlich die Magical Mystery Tour mit den Plätzen der Beatles besucht – kann ich sehr empfehlen, da man hier auf der Fahrt mal mehr sieht, als die üblichen “Touri-Punkte” und etwas weiter raus fährt aus dem Zentrum von Liverpool.

StrawberryFields

Gespeist haben wir unter anderem in Jamie’s Italian, im Gusto (mit dem nettesten Kellner, den wir auf der Reise getroffen haben – einem Albaner), What’s Cooking? und auch in dem Hotel selbst. Überall hat es lecker geschmeckt und immer war es ein wenig anders, ein bisschen besonders und vor allem: ziemlich un-englisch ;-)

Essen_Liverpool

Selbstverständlich muss man, wenn man in England ist, einen Afternoon Tea durchführen. Sich setzen, sich “Ich-Zeit” nehmen und die Scones, Clotted Cream, Gurkensandwiches und kleinen Köstlichkeiten in sich reinstopfen, bis nichts mehr geht – natürlich ganz gesittet und stilecht mit einer Kanne Earl Grey oder Breakfast Tea (gezuckert und mit Cream) und dem Gläschen Sekt. Moah, ich war im Himmel!! (Ehrlich gesagt, sogar recht nah dran – im 7. Stock des Hilton Liverpool mit einer wundervollen Aussicht auf die Dächer der Stadt und dem Liverpool ONE. “Tea with a view” nennt sich das da.)

AfternoonTeaHilton

Einen Vormittag habe ich mit Shopping verbracht. In der Hoffnung bzw. irrigen Annahme, die Kleidung, die hier in England verkauft wird, passt mir genausoschlecht, wie die deutsche Kleidung. Tja, da muss jetzt mein Konto drunter leiden, denn ich habe ein paar wirklich, wirklich schöne Stücke erworben, auf die ich mich jetzt schon freue, sie anzuziehen! (Und das mir, die mit Mode soviel anfangen kann, wie mit Innendesign – sagen wir einfach, ich habe mich stets bemüht.) Tolle Labels wie Monsoon, New Look, Oasis, Superdry, Warehouse, etc., gibt es bei uns leider nicht bzw. nur wenige Filialen – die haben aktuell so eine schöne Mode, dass ich mich nicht zurückhalten konnte. Und bei LEGO. Da konnte ich mich auch nicht zurückhalten – sie haben immerhin den DeLorean – hallo?! Die Zeitmaschine!!

BTTF_Figuren

Apropos Zeitmaschine… Die Zeit auf dem Zimmer mit Tee zubereiten, viel schlafen und Medikamentengabe haben wir gut mit den englischen Kanälen herumbekommen (neben dem Lesen und mitgebrachte Serien schauen) – BBC One und itv haben uns da besonders gut gefallen: The Big Bang Theory und ein paar nette Filme auf englisch und natürlich: Samstagabend, 19:30 Uhr: Doctor Who! So hatte ich die Gelegenheit, nach der ersten Folge im Kino jetzt auch Folge zwei (via iPlayer von BBC) und Folge drei (Live!! Im TV!! Auf BBC One!!) zu sehen. Bin schwer begeistert :-)

DoctorWho

Auch die lokale Apotheke ist nicht zu verachten, nette Beratung wie in Deutschland, aufdringliche andere Kunden wie in Deutschland, nur irgendwie kommt man hier schneller an Schmerzmittel – ob ich das gut oder schlecht finden soll, kann ich noch nicht beurteilen. Dem besten Mann hat es auf jeden Fall gut getan!

Ein Wort zum Wetter noch: Ich habe nur eine Vermutung, warum England so regnerisch verschrien ist – hat es doch während unsere Aufenthaltes nur ein einziges Mal geregnet – und das war früh morgens. Ansonsten hatten wir strahlenden Sonnenschein bei 15-20° Celsius. Traum-Wetter für Unternehmungen aller Art!

Am Sonntag hieß es schon wieder: Koffer packen, alles ab ins Auto – denn Montagmorgen, 7 Uhr, war Abfahrtszeit. Wieder 6 Stunden bis zur Fähre, 2 Stunden Überfahrt, und 4 Stunden bis nach Hause. Wir fielen uns vor Freude mit den Katzen in die Arme – haben sie doch ihre Dosenöffner schwer vermisst :-)

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