Hail, Caesar! …Hail, no! (Ich bin verwirrt…)

Hail, Caesar! klang im Trailer nach einem lustigen Coen-Film über eine Entführung mit hochkarätiger Besetzung.

Wir sind also mit relativ niedrigen Erwartungen in den Film gegangen (wussten lediglich, dass sie auch an Bridge of Spies beteiligt waren, der uns ja recht gut gefallen hatte) und wurden ziemlich verwirrt.

Ein Film, der im Amerika der frühen 50er Jahre spielt und 36 Stunden im Leben des Leiters einer Filmproduktion erzählt. Josh Brolin spielt diesen Kerl wirklich hervorragend, es ist, als wäre er ein Filmstar aus den 50ern, der extra für die Rolle importiert wurde.

George Clooney spielt “den Filmstar” des Filmes, der entführt wird und maßgeblich zu unserer Verwirrung beigetragen hat. Auch er spielt seine Rolle hervorragend.

Wer uns aber in den Abgrund gestürzt hat, ist Channing Tatum. Ein ganz passabler Sänger und noch besserer Schauspieler – aber seine Rolle war so schräg angesetzt, dass ich kurz das Gefühl hatte, im falschen Film zu sitzen.

Auch Ralph Fiennes und Jonah Hill und Scarlett Johansson haben ihre Sache durchweg gut gemacht, alles sehr gute Schauspieler.

Und dennoch. Ich hatte den Eindruck, der Film spielte nicht nur in den 50ern, er wollte auch in den 50ern gesehen werden. Eine Handlung, die nicht vorankommt, ein Schauspieler, der sich mit seinen Entführern anfreundet, eine unverheiratet-schwangere Schauspielerin, die sich bindet, ein singender Cowboy, der wenigstens ein bisschen Substanz in den Film bringt und ein singender-tanzender-überdrehter Schauspieler, der offensichtlich ein Rad ab hat.
Das ganze garniert mit der (Lügen-)Presse, mit einem Chef, der eigentlich woanders unterkommen könnte (und dessen Frau definitiv in den 50ern hängt) und so vielen Filmfehlern, dass es mich graust.

Ich wollte gehen. Ich habe wirklich überlegt, nach der Hälfte zu gehen. Das habe ich aber nicht, denn die hochkarätige Besetzung hat den Film erträglich gemacht. Aber “erträglich” ist eigentlich nicht das, was ich mir im Kino anschauen möchte. Noch nicht einmal umsonst.

Achja: Vermutlich bekommt der Film unmengen Auszeichnungen und Preise, das ist in Ordnung, denn die Jurys sind nunmal nicht unparteiisch. Und es gibt offensichtlich Menschen auf dieser Welt, die den Film toll finden. Gott sei dank sind Geschmäcker unterschiedlich.

Keine Blu-ray, keine DVD – und wenn er im Fernsehen kommt, schalte ich um.

Für die Statistik (Freitag, Düsseldorf, Kino 5):
Gesamt-Besucherzahl: ca. 300
Bis das Licht anging saßen noch: ca. 200
Am Ende des Abspanns saßen noch: 30

Deadpool … Ryan Reynolds … Schwarzer Humor … Funny as f***ing hell

tl;dr: Witziger Film mit Liebe, Horror und Action. Marvel-Fans: reingehen! “Was ist Marvel?”: auch reingehen, weil guter schwarzer Humor.

Deadpool ist ein Marvel-Charakter der anderen Art. Kennen gelernt habe ich Deadpool vorher nur durch Cameo-Auftritte und das PlayStation-Spiel “LEGO Marvel Super Heroes“, in dem er ebenfalls ein paar coole Auftritte hat.

Nach dem Trailer waren meine Erwartungen also eher niedrig – ich meine, kann ein Film besser als Avengers sein? Der hatte immerhin Thor und Iron Man und Black Widow und Jarvis und jede Menge Außerirdische!
Um es kurz zu machen: Meine nicht-vorhandenen Erwartungen wurden davon-geblasen von einem Orkan voller schwarzem Humor, sexueller Handlungen und Anspielungen, Witze durch die vierte Wand und unglaublich vielen Hinweisen auf die anderen Superhelden dieser Marvel-Welt, die vor allem ironisch gemeint sind.

Die Geschichte ist schwer zu beschreiben, denn es wird seine Lebensgeschichte erzählt und gleichzeitig seine Liebesgeschichte – und irgendwie wird auch eine Horrorgeschichte erzählt, denn das/sein Leben kann ein Horror sein. Definitiv ist der Film aber ein Actionfilm.
Viele Marvel-Filme sind zwar ironisch-lustig/Action-lastig aber nicht so unglaublich witzig wie Deadpool, der mit seinem schwarzen Humor und seinen FSK-16-Witzen uns Zuschauer alle zum Brüllen vor Lachen gebracht hat.

Dementsprechend war von Langeweile war hier keine Spur – und dennoch konnte man sich zwischendurch auch ausruhen, mit der Geschichte mitgehen und man wurde nicht durch den Film getrieben, sondern es war perfekt.
Ich bin froh, dass der Film so geworden ist, denn die nächsten Superhelden-Filme werden eher etwas düsterer ausfallen (denke ich nur an den Trailer von Superman v Batman, brauche ich schon mein Kuscheltier).

Nach Green Lantern war ich von Ryan Reynolds als Superheld eher… nicht so begeistert. Als Deadpool hingegen hat er nicht nur jede Menge Negativ-Anspielungen auf sich selbst als Green Lantern verteilt, sondern auch den richtigen Ton getroffen (sofern man bei einem synchronisierten Film davon sprechen kann). Seine Mit-Spieler Ed Skrein, Morena Baccarin und die X-Men (ups, Spoiler) haben ihm geholfen, den Film abzurunden.

Ich fand den Film großartig und will ihn mir noch einmal anschauen. Auch in der Originalvertonung. Und wir werden ihn auf Blu-ray kaufen.
Achja: DANKE, dass er nicht in 3D rausgekommen ist!! Danke!

Für die Statistik (Mittwoch, Vorpremiere, Düsseldorf, Kino 1, iSense):
Gesamt-Besucherzahl: ca. 500
Bis das Licht anging saßen noch: ca. 400
Am Ende des Abspanns saßen noch: ca. 400

Und dann haben wir ihn wenige Tage später in der OV gesehen (auch hervorragend, aber die deutsche Synchronisation hat wirklich gute Arbeit geleistet, so gehen kaum Witze verloren):
Für die Statistik (Samstag, Düsseldorf, Kino 7):
Gesamt-Besucherzahl: ca. 100
Bis das Licht anging saßen noch: ca. 80 (18 sind gegangen)
Am Ende des Abspanns saßen noch: ca. 50

Es kommt ein Teaser am Ende! Sitzenbleiben!!

Gelesene Bücher XLV (Januar 2016)

Derzeit lese ich:
Kein Lebenszeichen (Harlan Coben) – Krimi (Hörbuch)
Im Tal des Fuchses (Charlotte Link) – Thriller

Gelesen im Januar 2016:
Dornenmädchen (Karen Rose) – Thriller (Broschiert) – 8+
Die Menschen, die es nicht verdienen (Hjorth/Rosenfeldt) – Krimi – 7
Asterix 36: Der Papyrus des Cäsar (Ferri/Conrad) – Comic – 7+

Noten: 0 = “die Minuten meines Lebens bekomme ich nie wieder” bis 10 = “genial, fesselnd, perfekt”