The Accountant – Der Buchhalter

Ben Afflecks neuester Film – The Accountant.

‘Der Accountant’ (oder auch ‘der Buchhalter’ in der Übersetzung) ist ein unbekannter. Niemand weiß, wer er wirklich ist und warum er den Drogen- und Mafiabossen hilft, ihre Bücher zu prüfen und zu reinigen.

Ben Affleck spielt einen Menschen, der als Kind abgestempelt wird, dessen Vater (zu) viel möchte und dessen Mutter ihn als Kind verlässt. Theoretisch hat er seinen Bruder, aber wer hat schon Kontakt zu einem Mann, den keiner kennt?

Verhaltensmuster, die uns durch Sheldon Cooper bereits seit >9 Jahren näher gebracht werden, hat Ben Affleck im Charakter von Christian Wolff hier auch verinnerlicht: Laute Geräusche, Lichtblitze, Dinge nicht zu Ende zu bringen – das sind Störfaktoren in seiner hochbegabten Welt. Sein Vater lässt ihn trainieren, weist einen Doktor ab, der Hilfe anbietet, die dem Vater zu weich ist.
Der Junge muss mit der Welt konfrontiert werden, nur dann kann er sie ertragen. Das ist das Motto des Vaters und er hält sein Wort.

Christian Wolff bekommt einen Job angeboten, wird von einem großen Konzern angefragt, die Bücher zu prüfen und stößt dabei neben der hübschen und verständnisvollen Buchhalterin, gespielt von Anna Kendrick (kennen und lieben wir aus Pitch Perfect und Pitch Perfect 2 – manche vielleicht auch aus den seltsamen Vampir-Filmen) auf Ungereimtheiten. Aber es ist alles nicht so, wie es scheint.
Und wie schafft Christian Wolff es so alleine, wie er scheint, immer wieder zu entkommen? Wer hilft ihm?

Ich muss sagen, der Film war richtig gut – ein bisschen Psycho-Spielchen, ein bisschen Thriller und jede Menge Persönlichkeit. Überraschenderweise war sogar eine gute Portion Humor mit dabei – vor allem am Ende des Filmes und ich weiß nicht, ob das beabsichtigt war, aber der Kinosaal hat mehrmals gelacht.

Die schwerste Entscheidung für mich war, ob ich die Rolle von J. K. Simmons hassen oder bedauern soll. Aber das muss jeder für sich selber entscheiden.
In jedem Fall war die Darstellerwahl großartig, Ben Affleck hat mich an seinen Charakter in Gone Girl erinnert, aber in meinen Augen wieder gezeigt, dass er mehr kann, als nur grimmig schauen.

Der Film ist nichts für einen netten ruhigen Filmeabend, aber man sollte ihn gesehen haben, wenn man auf Mafiafilme, The Italian Job oder The Big Bang Theory steht.

Für die Statistik (Sonntag, Düsseldorf, Kino 2):
Gesamt-Besucherzahl: ca. 300
Bis das Licht anging saßen noch: ca. 150
Am Ende des Abspanns saßen noch: 5

Snowden – eine Entscheidung ändert sein Leben

Wer ist Edward Snowden?
Warum hat er sich entschieden, ein “Whistleblower” zu werden?
Was ging in ihm vor, als er für die staatlichen Behörden gearbeitet hat?

Der Film Snowden verspricht einen Einblick, Einsicht in das Leben von “Ed” Snowden über diesen Zeitraum und seine Einstellung.

Er hat die Herausforderung gesehen, hat sich geschmeichelt gefühlt und gleichzeitig immer seinem Land dienen wollen – eigentlich geht also ein Traum in Erfüllung, als er bei der CIA anfangen darf.
“Un-Eigentlich” fängt sein moralisches Dilemma da an. Er erfährt immer mehr, kommt mit der NSA in Kontakt und bemerkt Ungereimtheiten. Es werden mehr Daten in den USA gesammelt, als in China. Was für eine Bedrohung könne Österreich schon darstellen – warum werden dort ebenfalls (so viele) Daten gesammelt? (Das Thema “böse Österreicher” lasse ich hier mal außen vor.)

Es ist ein langer Weg für ihn, der in der einzigen möglichen Entscheidung gipfelt, die sein Moralverständnis zulässt. Verrat.
Oder auch “Einbindung und Aufklärung der Öffentlichkeit”. Je nachdem, aus welchem Standpunkt man es sieht.

Ich konnte sein Handeln nachvollziehen, verstehe, warum er ein Whistleblower geworden ist und finde es schade, dass es (laut diesem Film) keine andere Möglichkeit für ihn gab, außer ins Exil zu gehen, um einer Aufklärung der Ungerechtigkeiten zu erzwingen.

Der Film ist eher Mittelmaß fand ich. Jemand, der sich für das Thema interessiert, wird wahrscheinlich nicht zufrieden gestellt, da er zu oberflächlich bleibt.
Und Menschen, denen das Thema eigentlich egal ist, werden mit Thematiken und Fakten zugeworfen, die ihnen zu sehr in die Tiefe gehen.

Der Film hat versucht, eine Balance zu finden, um das größtmögliche Publikum anzusprechen. Hierfür spricht auch die Schauspielerauswahl mit Joseph Gordon-Levitt (super Schauspieler), Nicholas Cage, Shailene Woodley und Zachary Quinto.
Ich habe das Gefühl, der Film ist ein paar Kompromisse eingegangen und hätte mir einen kompromissloseren Film gewünscht, aber bin auf der anderen Seite froh, dass er so geworden ist, wie er jetzt ist – eine schwierige Entscheidung, die ich nicht treffen wollen würde.

Eine klare Empfehlung kann ich auch nicht aussprechen, abraten kann ich von dem Film aber auch keinem. Ich fühle mich zwischen den Stühlen und bin hin- und hergerissen.

Auf DVD/Blu-ray werden wir ihn aber nicht kaufen.

Für die Statistik (Sonntag, Düsseldorf, Kino 7, Nachmittags):
Gesamt-Besucherzahl: 28
Bis das Licht anging saßen noch: 24
Am Ende des Abspanns saßen noch: 8

Findet Dorie – witzig, stürmisch und keine übliche Fortsetzung

Findet Nemo kam 2003 in die Kinos und wurde ein echter Erfolg. Wir haben den Film seitdem mindestens ein dutzend Mal gesehen und warteten ungeduldig 13 Jahre (!!) auf eine Fortsetzung, denn dieses Jahr war es endlich soweit: Findet Dorie a.k.a. Findet Nemo 2 kommt in die Kinos.

Wir haben ein paar Wochen warten müssen, da wir es einfach nicht geschafft haben, ins Kino zu gehen – das haben wir bereut, wir hätten ihn direkt bei Kinostart sehen sollen! (Und uns dann auch die langen Schlangen und Parkplatzprobleme aufgrund des Kinostarts von Inferno gespart.)

Bei Findet Dorie ist der Titel Programm. Schön finde ich, dass die einzige starke Parallele zum Vorgängerfilm die ist, dass ein Fisch gesucht wird.
Anke Engelke sagte es in einem Interview zum Film ganz schön (ich glaube, es war das Sat1-Frühstücksfernsehen): “Was man sich in diesem Film wünscht, das ist auch drin und noch mehr!”

So ist es auch: Wo ist Dorie? Wo kommt sie her? Wie war ihr Leben? Wo ist ihre Familie? Der Film ist, wie auch der Vorgänger, witzig, liebevoll, stürmisch und wirklich gut.
Marlin und Nemo suchen nach Dorie, Dorie sucht sich selbst und ihre Familie und alle sind irgendwie auf der Suche nach irgendjemandem oder -etwas.

Die Begegnungen, das sich-selbst-überwinden und wieder einmal: neue Freundschaften schließen – das sind die Lektionen, die uns PIXAR/Disney hier lehren möchte.

Ich finde den Film wirklich sehr gut gelungen, es ist keine klassische Fortsetzung sondern könnte durchaus als eigenständiger Film durchgehen. Natürlich gehen einem dann aber bestimmte Anspielungen und Hinweise verloren.

Wir haben den Film nicht in 3D gesehen und haben auch nichts vermisst.

Alle, die Findet Nemo toll fanden, werden diesen Film auch gut finden und alle, die mit dem ersten Film nichts anfangen konnten, brauchen auch hier nicht reingehen.

Für die Statistik (Samstag, Düsseldorf, Kino 4):
Gesamt-Besucherzahl: ca. 200
Bis das Licht anging saßen noch: ca. 190
Am Ende des Abspanns saßen noch: 13

Nerve – Starke Nerven und Spannung pur

Bist du Player oder Watcher?

Ähnlich dem alten Spiel “Wahrheit oder Pflicht” geht es in dem Spiel “Nerve” darum, zu beobachten oder zu handeln. Entscheidet man sich für die “Player”-Seite, bekommt man Aufgaben gestellt, die man gegen Geld erfüllen muss. Ein Ausstieg ist möglich, aber dann verliert man alles wieder. Also muss man bis zum Ende spielen und immer verrücktere Aufgaben bewältigen. Ein bisschen Phantasie hilft da natürlich bei der Ausführung.

Nach kurzer Zeit treffen Ian und Vee aufeinander, ein Draufgänger und eine eigentlich zurückhaltende Schülerin. Die “Watcher” stellen ihnen Aufgaben, die sie zueinander führen und die sie gemeinsam ausführen sollen.
Nach und nach wird klar, dass Ian ein größeres Interesse am “Finale” hat als am Geld – und er ihr einiges verschwiegen hat.

Das Ende fanden wir gut, es ist natürlich ein bisschen Hollywood dabei, aber das Finale rundet den Film doch ab. Alles andere wäre ein Stimmungskiller für mich persönlich gewesen. (Jaja, ich mag halt Weichei-Kino.)

Aber was soll man erwarten, wenn der Bruder von James Franco und die Nichte von Julia Roberts gemeinsam in einem Film spielen? Die Gene sind halt nicht zu leugnen.
Dave Franco kennen wir schon aus Now You See Me und der Fortsetzung Die Unfassbaren 2, Scrubs und einer kleinen Rolle in Warm Bodies neben Teresa Palmer und Nicholas Hoult.
Emma Roberts haben wir in Wir sind die Millers gesehen.
Beide Schauspieler zusammen fand ich erfrischend jung, dynamisch und für mich spiegelt es das junge Hollywood wieder.

Sicherlich ist Nerve kein Film für die hohe Abendunterhaltung aber er ist unterhaltsam, spannend, rätselhaft und ich habe den Film wirklich genossen.

Obwohl ich so langsam zu einem Fan von Dave Franco werde, werden wir den Film vermutlich weder auf DVD noch Blu-ray holen.

Für die Statistik (Samstag, Düsseldorf, Kino 7):
Gesamt-Besucherzahl: 18
Bis das Licht anging saßen noch: 18
Am Ende des Abspanns saßen noch: 6

Witzigster Film seit Februar: Bad Moms

Ich war erst etwas skeptisch, ob der Film Bad Moms wirklich meinen Humor trifft – der Trailer sah gut aus, aber ich hatte Vorbehalte.

Das war alles vollkommen unbegründet, der Film erzählt die Geschichte der Mütter, ein bisschen zugespitzt und die Männer schön in eine große Schublade verfrachtet, und auch irgendwie die Geschichte jeder Frau.
Die Ansprüche der Gesellschaft steigen immer weiter an, als ob die eigenen Erwartungen an sich selbst noch nicht genug seien, und fordern immer mehr von einem ab (sowohl Mann als auch Frau) – der Tag hat nie genug Stunden.

Genau hier setzt der Film an: zu viele Verpflichtungen, zu hohe Selbstansprüche, zu viele Ansprüche von außen, die als Selbstverständlich hingenommen werden und dadurch: zu wenig Zeit. Ewiges zu-spät-kommen.

Hier wird ein Strich gezogen, wird endlich mal der Mund aufgemacht und sich gewehrt (das halte ich Geschlechtsneutral, denn das können sowohl Männer als auch Frauen ab und an mal gut gebrauchen).
Die Hauptrollen gründen die “Bad Moms” und widersetzen sich allen, die sie aufhalten wollen. Nach feinster “Fu** the Establishment” und “YOLO”-Manier werden neue Grenzen aufgesteckt und unnötiges von nötigem getrennt.

Und die Kategorie “Spass haben” und “Party” wird als neues “nötiges” definiert. Die neue Elternversammlung findet in Form einer riesigen Party mit ausreichend Alkohol und Musik statt, im örtlichen Supermarkt muss dafür natürlich entsprechend eingekauft werden.

Der Film ist nicht nur positiv-wir-hauen-den-anderen-auf-den-Ar***, sondern ist natürlich auch ein wenig traurig, Verlust spielt eine Rolle.
Er wird allerdings ausgemacht durch seinen Humor, den selbst-ironischen und versauten Humor, der mich wirklich im Kino dazu gebracht hat, Tränen zu lachen!

Das Trio der Hauptdarstellerinnen Mila Kunis, Kristen Bell und Kathryn Hahn wird ergänzt um Christina Applegate und Jada Pinkett Smith. Wirklich eine gute Auswahl von ziemlich guten Schauspielerinnen.

Ich habe das erste Mal seit Deadpool im Kino wieder Tränen gelacht und kann – nein, muss – daher jedem, dem Deadpool gefallen hat, auch “Bad Moms” empfehlen – er ist sicher kein perfekter Film, aber unglaublich unterhaltsam ist er allemal!

Bitte bis zum Abspann sitzen bleiben, es kommen noch ein paar witzige Szenen/Interviews mit den Darstellern!

Für die Statistik (Sonntag, Düsseldorf, Kino 2):
Gesamt-Besucherzahl: ca. 250
Bis das Licht anging saßen noch: ca. 240
Am Ende des Abspanns saßen noch: 4

Gelesene Bücher LIII (September 2016)

Derzeit lese ich:
Zwetschgendatschikomplott (Rita Falk) – Krimi (Hörbuch)
Night Falls (Jenny Milchman) – Thriller (Taschenbuch)

Gelesen im September 2016:
Pretty Girls (Karin Slaughter) – Thriller – 7+
Dein Wille geschehe (Michael Robotham) – Thriller (Taschenbuch) – 6+
Sauerkrautkoma (Rita Falk) – Krimi (Hörbuch) – 7

Gelesen im August 2016:
Lehrerliebling (Juli D. Finn) – Roman – 3
Tag Vier (Sarah Lotz) – Thriller (Taschenbuch) – 8-
Center Mass (Lani Lynn Vale) – Roman (Englisch) – 6
Puls (Stephen King) – Horror (Taschenbuch) – 8+
Du sollst nicht schlafen (Charlotte Parsons) – Roman (Taschenbuch) – 6- (nur aufgrund des Endes, das keines war, sonst hätte es eine 8 werden können)
Ich. Bin. So. Glücklich. (Jessica Knoll) – Roman (Taschenbuch) – 5-
2 Romane (englisch)

Gelesen im Juli 2016:
Secrets on the Sand (Roxanne St. Claire) – Roman (Englisch) – 4
Bedding the wrong brother (Virna DePaul) – Roman (Englisch) – 6
Kiss a Girl in the Rain (Nancy Warren) – Roman (Englisch) – 6
The Billionaire’s Counterfeit Girlfriend (The Pryce Family) (Nadia Lee) – Roman (Englisch) – 6+
Ready to fall (Daisy Prescott) – Roman (Englisch) – 6+
Rache verjährt nicht (Reginald Hill) – Krimi (Taschenbuch) – 7+
und 2 Romane (englisch)

Gelesen im Juni 2016:
Es muss wohl an dir liegen (Mhairi McFarlane) – Roman (Taschenbuch) – 4
Corporate Husband (Beverly Farr) – Roman (Englisch) – 7+
Nacht im Central Park (Guillaume Musso) – Roman (Taschenbuch) – 7
Wirst du da sein? (Guillaume Musso) – Roman – 7
Nachricht von dir (Guillaume Musso) – Roman (Taschenbuch) – 7+

Gelesen im Mai 2016:
– Buchpause –
Dafür: Gehört: Anna Faris ist unqualified (Podcast); Gesehen: Star Trek: Raumschiff Voyager (Staffel 1+2); Besucht: FedCon 25

Gelesen im April 2016:
Cupido (Jilliane Hoffman) – Thriller (Taschenbuch) – 8
12 Stunden Angst (Greg Isles) – Thriller (Taschenbuch) – 7+
Das Urteil (John Grisham) – Thriller (Taschenbuch) – 8

Gelesen im März 2016:
Kein Lebenszeichen (Harlan Coben) – Krimi (Hörbuch) – 3 (als Hörbuch nicht so gut, werde ich nochmal als Buch irgendwann lesen)
Grießnockerlaffäre (Rita Falk) – Krimi (Hörbuch) – 7-
Dinner für Drei (Susan Elizabeth Phillips) – Roman (Taschenbuch) – 5+
Schweinskopf al dente (Rita Falk) – Krimi (Hörbuch) – 7

Gelesen im Februar 2016:
Finderlohn (Stephen King) – Thriller (Hardcover) – 6+
Dampfnudelblues (Rita Falk) – Krimi (Hörbuch) – 7+
Winterkartoffelknödel (Rita Falk) – Krimi (Hörbuch) – 8
Cry Baby (Gillian Flynn) – Thriller (Taschenbuch) – 7+
Im Tal des Fuchses (Charlotte Link) – Thriller – 6+

Gelesen im Januar 2016:
Dornenmädchen (Karen Rose) – Thriller (Broschiert) – 8+
Die Menschen, die es nicht verdienen (Hjorth/Rosenfeldt) – Krimi – 7
Asterix 36: Der Papyrus des Cäsar (Ferri/Conrad) – Comic – 7+

Noten: 0 = “die Minuten meines Lebens bekomme ich nie wieder” bis 10 = “genial, fesselnd, perfekt”