Inferno – kein spannendes Inferno zumindest

Dan Brown, Tom Hanks, Rätsel lösen – das klingt nach genau meinem Film-Schema!
Ich habe es leider noch nicht geschafft, Sakrileg oder Illuminati zu sehen oder zu lesen, es kam einfach immer etwas dazwischen und die Bücher sind dick, herrjeh!

Vor ein paar Tagen ist der dritte (letzte?) Teil der Verfilmungen ins Kino gekommen und wir haben die Chance genutzt und ihn uns angeschaut.

Pro: Tom Hanks. Rätsel. Die zweite Hälfte des Filmes. Omar Sy hat es versucht…
Contra: Die erste Hälfte des Filmes. Fehlende Spannung.

Hätte ich die ersten zwei Filme sehen sollen? Laut dem besten Mann hätte ich das nicht, denn dann wäre ich noch mehr enttäuscht gewesen.

Mir fehlte so viel an diesem Film, dass ich gar nicht weiß, wo ich anfangen soll.

Rätsel: Ja, vorhanden – aber doch eher mangelhaft ausgeprägt. Die 4-5 Hinweise/Rätsel sind untergegangen. Positivbeispiel: Das Vermächtnis der Tempelritter. Hier konnten unglaublich viele Rätsel und Hinweise untergebracht werden und dennoch ist die Geschichte nicht verloren gegangen.

Spannung: Puh, wir haben wirklich überlegt, nach der ersten Hälfte des Filmes zu gehen (das ist uns bisher auch erst bei Hail, Ceasar! passiert), aber ich konnte einfach nicht glauben, dass der Film so konfus weitergehen würde. Ich hatte nur halb recht.
Die Konfusität wurde im zweiten Drittel zwar Spannung, aber ich im dritten Drittel des Filmes dann wieder Konfusität, gepaart mit “ja nee ist klar”.

Fantasie: Natürlich ist der Film eine Erfindung, unterlegt mit wahren Fakten (schönes Beispiel: Quarantäne vom italienischen “quarantina” von “40 Tage isoliert” außerhalb des Ortes, um die Pest nicht einzuschleppen), die man aber selbst nicht immer glauben sollte (im Film wird unterstellt, der Ursprung der Quarantäne stamme aus Venedig, in Wirklichkeit entspringt diese Praktik der Republik Ragusa – was man auch auf Wikipedia nachlesen kann).
Unabhängig von der Roman-Fantasie, die ja durchaus ihre Berechtigung hat, wurden im Film einige Szenen so seltsam umgesetzt, dass ich nicht glauben konnte, hier einen Hollywood-Film zu sehen.
Hanks springt über eine >2,50m hohe Mauer, indem er auf einen Fahrradsattel klettert? Mhm.
Die Ärztin will seine Wunde überprüfen, klebt aber kein neues Pflaster auf? Jaa…

Schauspieler: Tom Hanks ist einer der ganz großen, er versucht den Film zu retten, so gut es geht und doch fühle ich mich an Kirk vs. Gorn oder Don Quijote gegen die Windmühlen (gibt es auch als tolle Comic-Adaption) erinnert. Armer Mr. Hanks.
Omar Sy ist eigentlich auch ein guter Schauspieler, er hat sich wirklich zurückgehalten mit seiner französischen Schauspiel-Art und hat es gut gemacht. Aber retten konnte er nichts.

Es gibt sicherlich genug Fans, die den Film gut finden und das ist ja auch schön – aber ich habe mich weder gut unterhalten gefühlt noch wurden meine (einfachen) Erwartungen eingehalten.

Ich werde die Bücher mal irgendwann lesen (sie sind nach dem Film ein paar dutzend Plätze weiter nach unten in meiner Buch-Liste gewandert) und vielleicht sind sie ja besser als dieser Film.

Für die Statistik (Samstag, Düsseldorf, Kino 5):
Gesamt-Besucherzahl: ca. 130
Bis das Licht anging saßen noch: ca. 130
Am Ende des Abspanns saßen noch: 8

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