Dresden: Schön, kraftvoll und imposant

Nachdem es ewig auf unserer Liste stand, haben wir uns ein langes Wochenende in Dresden gegönnt.

Wir sind am Freitagmorgen mit dem Auto losgefahren, es sind ca. 6 Stunden Fahrt, aber wir fahren gerne und wollten vor Ort flexibel sein, was im Nachhinein gut, aber nicht notwendig war.
Auf dem Weg haben wir noch einen Stop bei der KZ-Gedenkstätte Mittelbau-Dora gemacht. Ich habe sehr sehr lange nicht mehr an einem solchen Ort gestanden und wollte mir noch einmal vor Augen führen, für was wir eigentlich dankbar sein müssen (und sind).

KZ_MB-Dora

Im Motel One am Zwinger angekommen, haben wir uns nach dem Check-In erst einmal eine Stärkung gesucht und ein richtig leckeres Restaurant gefunden, das Restaurant William, direkt gegenüber vom Hotel im Schauspielhaus Dresden. Hervorragendes Essen und außerhalb der Vorstellungen (leider) nicht sonderlich stark besucht.

Ein erster Spaziergang um den Zwinger, an der Semperoper vorbei und zur Elbe (alles fußläufig vom Hotel – Glückstreffer!) und anschließend ging es für uns auch schon ins Bett, die Fahrt war doch recht anstrengend.

Der Samstag brachte uns großartiges Wetter, so dass wir uns nach einer Stadtrundfahrt durch Dresden für eine kleine Shoppingtour entschieden haben. Das “Haus des Buches” (von Thalia) hat mit 4 Stockwerken voller Bücher meine Träume erfüllt und neben ein paar coolen Geschenken auch endlich ein Buch für mich und mein (Job-wechsel-bedingtes) “Mittagessen-Problem” zu bieten gehabt.

Da ich mir jetzt jeden Mittag aussuchen kann, wohin ich zum Essen gehe (Großstadt, Zentral und mit einem Vapiano im Hause), kann ich mich noch schwerer entscheiden und lande meist beim (ebenfalls im Hause befindlichen) Discounter, das wird schnell eintönig.
Ich habe schon ein paar Wochen nach einem guten “Mittagessen”-Buch gesucht, das mir 1-Personen-Gerichte zur Vorabend-Vorbereitung anbietet, die nicht zu abgedreht sind (Entschuldigung, dass ich keine verrückten Zutaten wie Zitronengras, Topinambur oder Tofu permanent im Haus habe) – und bin im Haus des Buches endlich fündig geworden: Käts Lunchbox mit tollen Rezepten, Sandwiches, Nudelgerichten, Reisgerichten und auch was besonderem.
Ich habe schon ein paar Gerichte daraus gekocht und gegessen – einfach (und) großartig bis jetzt!

Den Mittag und Nachmittag haben wir dann an der Elbe verbracht – erst in einem Restaurant, in dem ich Quarkkeulchen probiert habe, die die Wespen aber eindeutig mehr mochten, als ich (was mehr mit den Wespen zu tun hatte, als mit mir). Später haben wir uns in ein Café-Restaurant schräg gegenüber der Semperoper gesetzt und ich habe mir noch eine Eierschecke gegönnt – sehr, sehr lecker! Wie Käsekuchen mit fluffigem Baiser obenauf. Grandios!

Eierschecke

Dabei haben wir den Menschen zugeschaut, die an uns vorbeizogen. Also im wahrsten Sinne des Wortes, denn es gab eine Demonstration der politisch Links orientierten. Samt “Refugees welcome”-Schildern, Musik aus Lautsprechern und Polizeibegleitung. Sehr, sehr friedlich und ziemlich beeindruckend, das aus der Nähe zu sehen. Gott sei dank wurde kein Streit gesucht.

Demo

Den Nachmittag haben wir dann ruhig ausklingen lassen und bei 35 °C sind wir dann irgendwann auf das Hotelzimmer zurückgekehrt, da gab es nämlich eine Klimaanlage.
Am Freitag hatten wir direkt gegenüber eine Einkaufs-Meile eintdeckt, mit Kamps, REWE und allem, was man braucht. Da ich am Freitag auch den Elbenwald-Store entdeckt hatte, musste ich da heute unbedingt nochmal hin, bevor ich keine Chance mehr dazu hatte! Quasi Liebe auf den ersten Blick war dann das The Big Bang Theory-Monopoly-Spiel, das wir uns dann auch gekauft haben. Elbenwald bin ich schon einmal auf einer RingCon über den Weg “gelaufen”… Hier fällt mir auf, dass ich nie von meinem Besuch auf der RingCon geschrieben habe – dort war ich nämlich letztes Jahr einen Tag, obwohl mich da eigentlich nur die Universen von Harry Potter und Buffy/Charmed interessieren. Das hole ich nach!

Auf jeden Fall ging es nach diesem sehr erfolgreichen Shopping-Tag wieder über die Straße zurück ins Hotel und ein paar Serienfolgen später waren wir im Schlummerland, die Hitze setzt uns doch ein wenig zu.

Oh, das Frühstück! Am Samstag und am Sonntag haben wir uns kein Frühstück im Hotel geholt, sondern uns nur ein Brötchen (Samstag), bzw. ein Frühstück (Sonntag) bei Kamps gegönnt – bei angenehmen Temperaturen um 25-28 °C (morgens um 9/10 Uhr!) konnte man perfekt draußen frühstücken.

Der Sonntag stand dann ganz im Zeichen des Ausfluges. Auf der Stadtrundfahrt haben wir die Auswahl gesehen und uns für den Dresdner Zoo und das Deutsche Hygiene-Museum entschieden.
Zuerst waren wir im Hygiene-Museum, das an dem Tag den Tag der offenen Tür hatte (kostenloser Eintritt, hui!). Gegründet vom Odol-Erfinder behandelt das Museum nicht nur Mundhygiene, sondern alles rund um die menschliche Gesundheit. Die Geburt, Anatomie, Verdauung, Verhalten, Psychologie, Sexualtrieb, Nahrungskette und und und des Menschen. Hochinteressant, sehr individuell gestaltet und sehr ideenreich und plastisch umgesetzt! Das kann ich wirklich nur jedem empfehlen – da lohnt sich der Eintrittspreis definitiv!
Quasi schräg gegenüber liegt der Dresdner Zoo, ein netter Zoo, der es allerdings nicht mit der ZOOM Erlebniswelt Gelsenkirchen (immer noch mein Maßstab für einen tollen Zoo) aufnehmen kann – es ist halt ein “Stadt-Zoo”.
Den Zoo mussten wir auch nach 45 Minuten wieder verlassen – es war einfach zu heiß!

Ein kurzes Mittagessen, wiederum direkt an der Elbe, haben wir genossen (immer diese Wespen überall!), haben uns dann aber in die Kühle eines Kinos zurückgezogen und uns Mission: Impossible: Rogue Nation (den 5. Teil) angesehen. Dazu folgt noch eine Rezension separat. Eine Kugel Ben&Jerry’s war da aber auch noch drin! :-)

Abends sind wir noch ein wenig mit dem Auto durch die Gegend gefahren und haben es genossen, ein wenig für uns in einer fremden Stadt zu sein, die einem schnell das Gefühl gibt, dass man sie kennt (zumindest, wenn man sich zentral hält).

Der nächste Morgen kam viel zu früh, die Abreise ließ sich nicht vermeiden, aber Dresden hat bei uns einen bleibenden Eindruck hinterlassen.
Wir haben weder die Frauenkirche besucht, noch einen typischen Touri-Trip gemacht, die Semperoper haben wir nur von außen gesehen und auch auf der Elbe waren wir nicht “Dampfschiff”fahren.

Aber für uns war Dresden einfach schön. Ruhig, unkompliziert, direkt und dennoch freundlich.

Wir kommen wieder!

Edinburgh in 5 Tagen: ein tolles Reiseziel!

Nachdem wir jetzt schon mehrmals in Großbritannien waren (eine Art Road-Trip in 2011 nach London, Manchester, Dublin und wieder zurück; Liverpool letztes Jahr und London im Februar diesen Jahres), waren wir noch nie in Schottland – dabei haben wir schon so viel positives von diesem Land im Norden gehört und durch diverse Filme (Merida, Drachenzähmen leicht gemacht…) schon lange Lust auf Schottland und die Berge.

Aufgrund meines Jobwechsels habe ich ein paar Wochen (Rest-)Urlaub und eine davon haben wir daher im wunderschönen Edinburgh verbracht.

Die Hotelrecherche hat ergeben, dass es relativ zentral und dennoch recht günstig (für schottische Verhältnisse) direkt zwei Motel One-Hotels gibt:
Princess In der “Neustadt”, dem Teil der Stadt, der “neu” gebaut wurde [also erst 130 Jahre und jünger alt ist] und damit sehr viel näher an allem, was zum Geldausgeben einlädt.
Royal In der “Altstadt” und damit etwas näher an allem, was sehenswert ist.
Lustigerweise liegt zwischen den beiden Hotels nur eine Brücke und zwei Fußgängerüberwege, sich also für eines zu entscheiden, ist nicht notwendig – denn auch vom Royal, in dem wir letzten Endes genächtigt haben, kann man hervorragend aus Geld ausgeben *seufz*, aber dazu unten mehr.

Der Flug nach Edinburgh ist eher… nicht ganz so billig, daher haben wir uns für einen Abflug ab Köln entschieden, was sich auch im Parkplatzpreis an Flughafen selbst positiv ausgewirkt hat.
Trotzdem wir wieder Germanwings geflogen sind, gab es dieses Mal keine Zwischenfälle und wir sind glücklich in Edinburgh angekommen.
Mit dem Airlink (100) ging es zum Hotel – der Bus fährt tatsächlich bis zur Hotel-Haustür (also besser gesagt, bis auf die Mitte der oben genannten Brücke zwischen den beiden Hotels, also ist auch das ein super Ausgangspunkt) und nach Check-In und erstem Blick in das Zimmer haben wir uns ein wenig durch Edinburgh treiben lassen – als erstes musste etwas essbares her!

Burger
Im The Doric (übrigens nur 2 Gehminuten vom Hotel entfernt) gibt es hervorragende britische Küche – wir waren mehrmals in den paar Tagen dort.

Es folgte ein kleiner Verdauungsspaziergang, der uns (neben dem obligatorischen Apple-Store-Besuch) auch in das Jenners spülte – ein ziemlich altes, ziemlich cooles großes Kaufhaus, das sich den Charme von damals bewahrt hat. Der erste Gang hier führte uns in die Spielwaren- und Geschenkeabteilung (eigentlich, weil ich so auf diese englischen Grußkarten stehe, aber irgendwie…) und dort haben wir uns sattgesehen an Grußkarten, Lego mit Star Wars-Motiven, Lego mit Avengers-Motiven, Avengers in allen Größen und Formen, Hulk-Hände, Quartett-Spiele, Minions (viele Minions!) und und und…
Weil wir nur Handgepäck hatten (weil günstiger), konnten wir das meiste nicht mitnehmen und haben uns auf ein paar kleine Geschenke und Grußkarten beschränkt.

Jenners
Einblick in das Jenners – altmodisch aber sehr gemütlich, obwohl es ein Kaufhaus ist.

Schnell alles im Hotel abgeladen, denn: Sonnenuntergang! Und wir wollten unbedingt herausfinden, wie weit das Schloss Edinburgh wirklich vom Hotel entfernt ist.
Wie sich herausstellte, war das Schloss wirklich nicht weit weg – Luftlinie zumindest. In der Realität waren da ein paar Stufen. Gefühlt waren es so viele Stufen wie zur Erklimmung des Eiffelturmes oder in der Tube-Station Covent Garden in London. Es waren wahrscheinlich weitaus weniger – aber da hätte uns mal jemand drauf vorbereiten können! The News Steps heißen die übrigens ganz unscheinbar.

Edinburgh Schloss_Aussicht
Ein kleines Panorama-Bild vom Vorplatz des Schlosses mit der Aussicht von dort (wunderschön) und auf das Schloss (geschlossen, haha).

Um uns die Stufen nicht noch einmal anzutun, haben wir einen schönen Spaziergang vom Schloss zum Hotel gemacht, der zwar einen Umweg, aber dafür wenigstens keine Stufen beinhaltete. Naja, dachten wir zumindest.
Als wir an der North Bridge ankamen, hatten wir die Wahl: Über die Brücke um dann auf die andere Brücke zu kommen – oder: Stufen gehen. In diesem Fall waren es die Scotsman Steps, die aber wenigstens noch schön anzusehen waren, denn jede Stufe und jede Zwischenplattform war aus einem anderen Material(?), zumindest aber gab es immer eine andere Färbung, ein anderes Muster oder etwas einzigartiges an der Stufe. Sehr beeindruckend, denn es waren nicht wenige Stufen (sic).

NorthBridge
Die North Bridge, fotografiert vom Beginn der Scotsman Steps. Im Hintergrund kann man das Meer erahnen, bzw. das Firth of Forth.

Beeindruckt von so viel neuem sind wir ziemlich früh schlafen gegangen – das muss man ja auch erstmal alles verdauen ;-)

Am nächsten Morgen haben wir in Saint Giles Café Bar gefrühstückt – und dafür mussten wir wieder diese verdammten Treppen hoch! Das war das letzte Mal, dass wir die hochgegangen sind! Ich habe gestreikt! Wir sind sie nur noch einmal heruntergegangen und ansonsten – drumherum.

Porridge
Mein erstes Frühstück in England: Klassischer Porridge mit Syrup, Zimt und Orangenschnitzen. Der beste Mann hatte ein Sandwich (BLT).

Wieder folgte ein langer Tag voller Spaziergänge – wo fahren die Stadtrundfahrtbusse? (von der Brücke vor dem Hotel…) Wo wollen wir noch hin? Wo kann man hier shoppen gehen? Gehen wir noch einmal zum Jenners?
Die nächste Station war (wieder) von Essen begleitet: im Jenners haben wir uns ein bisschen was zur Stärkung verdient gehabt. Es gab für mich (das erste Mal in meinem Leben) Fisch & Chips mit zerstampften Erbsen mit Pfefferminzblättern (lecker!) – und es war sehr, sehr lecker!
Der beste Mann hatte Lasagne… mit Pommes. Komische Engländer :D Aber es soll ebenfalls lecker gewesen sein (sagt er).

Zitronenküchlein
Als Nachtisch haben wir noch ein Zitronenküchlein mitgenommen, das der Mann ebenfalls ganz alleine vernichtet hat *neid* :D

Gut gestärkt haben wir eine Busrundfahrt gemacht, um uns noch mehr von Edinburgh zeigen zu lassen. Es lohnt sich in jedem Fall, denn so lernt man noch ganz andere Ecken kennen und wir sind direkt vom Museum Dynamic Earth begeistert gewesen. Urknall!! Dinosaurier!! Das machen wir morgen!
Generell sind die Busfahrten in Edinburgh ziemlich gut organisiert – so haben wir zwei Busfahrten gemacht, die erste war die Majestic-Tour und das zweite Mal (am nächsten Tag) haben wir die “rote, normale” City-Sightseeing-Tour gemacht.

Nochmal durch Edinburgh spaziert, haben wir den zweiten Tag danach ebenfalls in Ruhe ausklingen lassen (ist ja schließlich Urlaub, ne?) und haben versucht, das Finale von Germany’s Next Topmodel zu sehen. Als der Anfang von Blind Side kam, wussten wir aber – das wird heute nichts.

Kleiner Exkurs: Ich weiß nicht, ob es in allen ausländischen Motel One-Hotels so ist, aber wir hatten deutsche Sender! Pro7, RTL, Sat1, ARD, ZDF, alles, was man so benötigt, war verfügbar. Sehr angenehm!

Den nächsten Morgen haben wir im Contini Restaurant gefrühstückt, das war wirklich lecker und eine sehr nette Bedienung! Eine riesige Auswahl an Frühstück und anderen Köstlichkeiten, ich war richtig angetan. Das Contini ist auch ein perfekter Ausgangspunkt für einen Einkaufsbummel, es liegt in der George Street und von hier aus kommt man hervorragend zu all den schönen Läden, die Edinburgh so zentral zu bieten hat.

Frühstück_Contini
Für mich: Waffel mit Syrup, Bacon und Banane; für den besten Mann: Rührei mit Spinat und Brot (+Marmelade und Butter)

Wir haben den Einkaufsbummel aber auf später verschoben und uns für den Gang ins Kino entschieden, denn dieses Wochenende ist Pitch Perfect 2 angelaufen – und der ist auf englisch doppelt so lustig. Der Kinogang an sich war eher enttäuschend, der Saal war sehr stark heruntergekühlt (wir haben die Jacken wieder angezogen) und ca. 10 Minuten vor Ende des Filmes (nicht dem Abspann, sondern wirklich vor dem Ende der Story) ging das Licht im Kinosaal an. Sehr störend und die Atmosphäre war ein wenig dahin.
Ich weiß nicht, ob es eine schottische Eigenart ist, aber gefallen hat es uns nicht.

Nach dem Film hatten wir schon wieder Hunger! Weil wir uns aber nicht richtig einig werden konnten (soll es auch geben), gingen wir erneut ins The Doric und haben uns dieses Mal zusätzlich einen “Starter” bestellt: Haggis-Bonbons mit Süßkartoffelpüree.
Ich war echt angetan – deftig, aber sehr geschmackvoll und ich würde Haggis jederzeit wieder essen! (Der beste Mann war eher angeekelt, aber das lag mehr an der Deftigkeit.)

Haggis
Haggis-Bonbons, überraschend lecker.

Danach haben wir uns in die “Neustadt” aufgemacht, denn wir waren ja noch gar nicht shoppen! Der beste Mann wusste von meiner letzten Liverpool-Erfahrung, dass mir die englischen Kleidungsstücke viel besser passen (und damit potenziell auch mehr Geldausgaben produzieren), daher waren zumindest ein oder zwei neue Oberteile Pflicht.
Einmal die George Street hoch- und wieder runterspaziert, wurde ich nicht nur im Phase Eight fündig, sondern auch bei Hobbs und bei Jigsaw. Der Mann war etwas schockiert, dass ich ihn mit “und jetzt gehen wir noch ein wenig shoppen” ernst genommen habe und tatsächlich (ziemlich schnell) fündig wurde. Neben ein paar Oberteilen durfte auch ein obligatorischer schottischer Schal nicht fehlen, aber nicht in den Standard-Farben, sondern mit einem hübschen Lila. <3

Verpackungen
Die Tüten haben wir dort gelassen – Handgepäck halt.

Ein erfolgreicher Tag und wir waren ein wenig erledigt – nach einem kleinen Absacker an der Hotelbar sind wir daher ziemlich schnell ins Bett gegangen.

Am nächsten Tag haben wir im Hotel gefrühstückt und lange überlegt, was wir machen sollen. Das Wetter wurde ein wenig schlechter, dunkle Wolken und Regen zeichnete sich über uns ab, daher haben wir unsere zweite Stadtrundfahrt (überdacht) gemacht und sind an dem Dynamic Earth-Museum ausgestiegen, um uns mal genauer anzuschauen, wofür in einem der wenigen Museen in Edinburgh Geld genommen wird.
(In der Tat sind die meisten Museen in Edinburgh kostenlos mit wenigen Ausnahmen. Wenn es zum Beispiel eine Sonderausstellung gibt, oder es ein besonderes Museum ist – wie das Dynamic Earth eben.)


Unsere Stadtrundfahrt im Zeitraffer – danke an den besten Mann :-)

Das Museum führt einen wirklich in typischer BBC-Manier von Anbeginn an durch die Zeitgeschichte – das Geld hat sich gelohnt, denn neben einem virtuellen Fahrstuhl gab es eine 3D-Vorführung, ein 360°-Kino (mit der Stimme von Ewan McGregor!), einen fast echten Regenwald und einen ziemlich echten Teil von einem Gletscher.
Wir waren echt begeistert und können den Besuch nur jedem Empfehlen, der ein bisschen Interesse an der Erde (und deren Entstehung) hat.

Säbelzahntiger
Ein kleines Kätzchen…

Nach diesem sehr interessanten Programm kam das letzte Abendessen – dafür haben wir uns in das Amarone gesetzt, die sehr leckere italienische Küche anbieten – und der beste Mann hatte (endlich, endlich) seine Pizza, ich habe mir einen kleinen Cocktail gegönnt und dazu ein paar leckere Nüdelchen. Das haben wir noch einmal richtig genossen.

Amarone Abendessen
Hervorragendes Essen, tolle Aussicht, nette Bedienung.

Nach einem letzten Frühstück am kommenden Morgen, dass wir dieses Mal wieder im Hotel genossen haben, hieß es: bye bye Edinburgh, mit dem Airlink wieder zurück zum Flughafen, die letzten Pfund auf den Kopf hauen (es wurden ein paar Süßigkeiten, etwas zu trinken, die englische Closer und ein Einrichtungs-Magazin) und wieder zurück Richtung Heimat.
Es hat übrigens alles in den Koffer gepasst – ich bin immer noch fasziniert :D

Frühstück Motel One
Das letzte Frühstück – mit einem Lächeln :-)

Viele unserer Befürchtungen haben sich im Wind (Wortspiel, es war sehr windig!) zerschlagen:

  • Wie wird das Wetter? Schottland, raue Landschaft, grüne, saftige Wiesen, Regen und Wind. Das war unsere Vorstellung vom Wetter. In Wirklichkeit hatten wir richtig Glück – es hat nur zweimal kurz geregnet (einmal davon sieht man oben auch im Video) und die restliche Zeit war es Sonnig und angenehme 18°C – ab und an fegte jedoch ein ordentlicher Wind über die Stadt, so dass ich meine warme Mütze immer dabei hatte.
  • Verstehen wir die Menschen dort überhaupt? Wir können englisch, zumindest das, was man benötigt, um einen Städtetrip zu machen, aber die Schotten sprechen ja nochmal ein bisschen anders – das Plattdeutsch der Engländer quasi. Aber auch hier waren unsere Sorgen unbegründet: Die Schotten sprechen (vor allem in den Geschäften) ein recht verständliches Englisch und auch die mit einem leichten Schottischen Akzent waren immer noch verständlich.
  • Wie sind die Leute da so (drauf)? Wieder einmal waren wir von der Insel positiv überrascht. Scherzchen am Rande, freundliche Blicke und immer mal ein Lächeln hatten die meisten übrig.
  • Was für Leute laufen da rum? Leider viele Touristen, wir hörten also immer wieder Deutsch, Französisch, Spanisch, Italienisch und andere Sprachen (der beste war allerdings ein Amerikaner mit schööönstem Texas-Akzent <3).
  • Unsere größte Überraschung? Das waren die vielen Dudelsack-Spieler O.O – wir kennen ja die obligatorischen Panflöterianer in unseren Fußgängerzonen, aber die erreichen hier nochmal ein ganz anderes Level – man muss es wirklich gesehen haben, aber Edinburgh ohne Dudelsack-Spieler kann ich mir echt nicht vorstellen :-D

Dudelsack
Dudelsack-Spieler – einer von vielen an allen möglichen Ecken in Edinburgh <3

Nächstes Mal werden wir auf jeden Fall der Empfehlung eines Bekannten folgen, und einen Tagesausflug in die Highlands machen, es gibt noch so viel zu sehen in diesem schönen Land! Wir wollen auf jeden Fall wiederkommen!

London am Valentinswochenende – turbulent, fremd und doch bekannt

Auf der Suche nach ein bisschen Urlaub haben wir uns am Valentinswochenende relativ kurzentschlossen (für meine Verhältnisse) für ein langes Wochenende in London entschieden.

Der 14.02. war ein Samstag, der darauf folgende Montag der Rosenmontag und damit frei für mich – also auf nach London!

Trotz aktuellem Germanwings-Streiks sollte unsere Maschine fliegen, also waren wir pünktlich am Gate, um dann festzustellen, dass der Abflug sich verzögert. Es wurde zudem eine kleine(re) Eurowings-Maschine geliefert, wir mussten also ziemlich bangen, ob wir beide mitkommen.

Notiz an mich selbst, für spätere Gelegenheiten, bei einem Streik zu fliegen:
Am Besten Handgepäck vorher aufgeben.
Beim Einchecken Fenster oder Gangplatz wählen.
Möglichst weit vorne in der Schlange zum Boarding stehen, denn wenn man schon wartet, dann soll es wenigstens weit vorne sein.

So saßen wir im Flieger zwar nicht zusammen, aber immerhin kamen wir gemeinsam in London-Heathrow an.
Mit dem Heathrow Express (die Tickets haben wir am Flughafen gekauft) sind wir dann zum Bahnhof Paddington gefahren, haben unsere Oyster-Cards unterwegs noch aufgeladen (die wir noch von einem Besuch 2011 hatten), und haben dann die Tube zur Station Aldgate genommen – keine 2 Minuten von unserem Hotel entfernt.

In Vorbereitung auf das Wochenende habe ich ein wenig recherchiert und das Motel One London-Tower Hill gefunden, welches da erst ein paar Monate geöffnet hatte. Aufgrund der guten Bewertungen habe ich mich entschieden, das zu reservieren und wir wurden nicht enttäuscht!
Kein riesiger Raum, aber alles in allem ausreichend für ein langes Wochenende und den Service, den man vom Motel One aus Deutschland kennt. Eine grandiose Aussicht mit bodentiefen Fenstern und eine tolle Lage! (Und wie es so ist bei Immobilien, es zählt die Lage, die Lage, die Lage.)
Aussicht
Die Aussicht aus dem Hotelzimmer… Typisch verregnet für London natürlich.

Neben der Station Aldgate war als nächstes die DLR-Station Tower Gateway und die Tube-Station Tower Hill, ebenfalls nur ein paar Minuten entfernt, erreichbar.

Jeder, der sich ein bisschen in London auskennt, weiß, dass die Station Tower Hill nicht weit vom Tower of London (und der Tower Bridge) entfernt ist – das haben wir direkt ausgenutzt und sind am Abend zum Tower gelaufen (15 Minuten). Super-mega!
Am gleichen Abend haben wir durch einen Spaziergang das St. Katharine Dock entdeckt – ein süßer kleiner Mini-Yacht-Hafen mit jede Menge Restaurants herum.
Vor dem Rückweg ins Hotel haben wir uns dann im the slug and lettuce gestärkt, um für den nächsten Tag gerüstet zu sein.

Am Samstag haben wir einen ausgedehnten Schaufensterbummel gemacht und haben ein paar Nerdigkeiten besucht, zum Beispiel das Gleis 9 3/4, bekannt aus den Harry Potter-Romanen.
Gleis 9 3/4

Am Valentins-Abend haben wir (weil rechtzeitig reserviert und zweimal auf Nachfrage bestätigt), im Restaurant Fifteen gegessen. Für die, die es nicht kennen: Vor einigen Jahren hat Jamie Oliver sich ein paar Arbeitslosen Kids angenommen und ihnen eine Chance auf Arbeit in seinem Restaurant gegeben. Es war nicht irgendein Restaurant, sondern es sollte ihr eigenes Restaurant werden. Da es damals 15 Jugendliche waren, nannte er das Restaurant “Fifteen”. Natürlich wurde aus dem ganzen eine Serie gemacht – und die haben wir damals gesehen.
Das heute noch einer von den Jugendlichen dort arbeitet oder das überhaupt noch einer von den Angestellten so eine Vergangenheit hatte – das kann ich nicht beurteilen.

Das Essen war ein Menü – ein Valentins-Menü.
Menü im Fifteen
Wer uns kennt, weiß, dass DAS leider gar nicht unser Geschmack war.

Es gab Brot dazu, also wurden wir irgendwie satt…

Am nächsten Tag, Sonntag, haben wir es uns richtig gut gehen lassen!
Ein leckeres Frühstück (French Toast with syrup for me! YAY!) im Café Rouge, ein kleines Spaziergang und einen Kinofilm: Kingsmen, und der Tag ging noch besser weiter:
Ein fantastisches Mittagessen im Zizzi, eine große Lasagne für mich und eine große Pizza für den besten Mann – wir sind glücklich rausgerollt und mussten erst einmal einen Mittagsschlaf machen!

Das war aber auch gut so, denn den Abend hatten wir auch schon Pläne!
Auf der Suche nach einer netten Abendunterhaltung (so hatte ich auch den Auftritt von Bill Cosby in San Diego gefunden) durchsuche ich gerne die Veranstaltungsseiten der Städte, der Ticketverkäufer (ticketmaster.co.uk/.com; eventim.de, …), etc. und habe so das Musical Thriller live gefunden und für den Sonntagabend gebucht.

Ein tolles Musical! Es geht um Michael Jackson, seine Musik und sein Leben. Das Musical gastiert in 2015 auch in Deutschland und Österreich – wer also auf die Musik von Michael Jackson steht, bekommt hiermit eine eindeutige Empfehlung ausgesprochen!

Am Montagmorgen haben wir im Hotel gefrühstückt und sind dann Richtung Heathrow-Airport aufgebrochen.
Vorher bin ich aber noch fix zum Gift-Shop am Tower geflitzt, und habe mir eine Kette gekauft, die ich am Freitag bereits gesehen hatte – und die mir einfach nicht mehr aus dem Kopf ging. ;-)

Irgendwann zwischendrin waren wir noch mit einer Big Bus Tour unterwegs – wann genau, kann ich nicht mehr nachvollziehen, aber wahrscheinlich war es Samstag, denn wir nutzen das gerne, um uns in die Stadt “rein zu schnuppern”.
Wir hatten riesiges Glück mit dem Wetter, es regnete nur selten und fast nur, als wir drinnen waren.

London ist eine tolle Stadt, die Menschen sind Großstädter aber dennoch irgendwie freundlich (wir haben sogar ein “Happy Valentine” von einem fremden Pärchen gewünscht bekommen), wenn wir nochmal nach London kommen (and the day will come!) dann bleiben wir bestimmt wieder im Motel One – die Lage war einfach perfekt!

Liverpool – eine tolle Stadt, die einen gerne auf Trab hält

Unseren “Sommerurlaub” wollten wir unbedingt in England verbringen – das letzte Mal waren wir 2011 auf einer Art Insel-Tour von London über Manchester, Liverpool, Dublin und wieder zurück. Da uns die lange Fahrt und das Fähre-fahren gefallen hatten, haben wir uns auch dieses Mal für eine Fährüberfahrt entschieden, das war also schnell geklärt. Nur das Ziel war uns noch unklar: Eine Rundtour wie letztes Mal? Oder doch eher ein Ort und von dort aus die Gegend erkunden? Da das letzte Mal weniger entspannend war, fiel die Wahl schnell auf einen Ort, an dem wir eine Woche bleiben wollten: Liverpool. Die Beatles, Titanic, Shopping, Meer – Liverpool hat einiges zu bieten und liegt nah an Wales, das uns beim letzten Trip schon fasziniert hat.

Nach dem Vollpacken des Wagens (inkl. grooßem Verpflegungs-Beutel) und Start gegen 8:30 Uhr zuhause, stehen wir gegen 12:30 Uhr in der Reihe H am Port von Dunkerque (Dünnkirchen) in Frankreich und warten, dass die DFDS-Fähre anlegt und wir endlich reinkönnen. Abfahrt um 14:00 Uhr, Ankunft um 15:00 Uhr bei einer Fahrtdauer von 2 Stunden (jahaa, Zeitverschiebung – den Jet-lag konnten wir aber umgehen, wir sind ja mit dem Auto gefahren…). Angenehm leer war die Fähre, kein Gedrängel oder Geschubse, jeder konnte sich die Kreidefelsen von Dover in aller Ruhe ansehen. Mein letztes Rechtsfahr-Erlebnis war eher panischer Natur, daher bin ich auf dem “Festland” gefahren und der beste Mann hat dann die Strecke Dover-Liverpool in 6 Stunden heruntergerissen. Etwas unfair, aber dafür bin ich auf der Rückfahrt die meiste Strecke gefahren.

Rückfahrt_Liverpool

Eingebucht haben wir uns im Hampton by Hilton in Liverpool inklusive Frühstück, das uns, genau wie den Rest des Hotels, nicht so richtig vom Hocker gehauen hat – aber immerhin: Im Zimmer gab es ein Sofa und wir hatten Meerseite (damit zwar leider auch Straßenseite, aber damit konnten wir leben). Das Beste am Hotel war in der Tat seine Lage: 5 Minuten Fußweg (selbst für fußfaule Menschen wie uns) von allem entfernt, was interessant ist oder klingt: Liverpool ONE (*schmacht*), Maritime Museum, Beatles Museum, Albert Dock, etc., etc. – wir konnten jeden Tag woanders essen gehen, ohne uns sonderlich weit vom Hotel zu entfernen. Ein Traum!

LiverpoolONE

Es gibt so viel zu sehen und zu tun in Liverpool – wir hatten am Anfang etwas Bedenken, dass sich nicht genug finden würde, aber die wurden schnell zerstreut. Leider hat den besten Mann eine etwas stärkere Erkältung ein paar Tage ans Bett gefesselt, so dass ich einiges alleine machen musste – Klimaanlagen waren einfach ungünstig für seine Genesung.

Neben der obligatorischen Hop-on-Hop-off-Tour haben wir natürlich die Magical Mystery Tour mit den Plätzen der Beatles besucht – kann ich sehr empfehlen, da man hier auf der Fahrt mal mehr sieht, als die üblichen “Touri-Punkte” und etwas weiter raus fährt aus dem Zentrum von Liverpool.

StrawberryFields

Gespeist haben wir unter anderem in Jamie’s Italian, im Gusto (mit dem nettesten Kellner, den wir auf der Reise getroffen haben – einem Albaner), What’s Cooking? und auch in dem Hotel selbst. Überall hat es lecker geschmeckt und immer war es ein wenig anders, ein bisschen besonders und vor allem: ziemlich un-englisch ;-)

Essen_Liverpool

Selbstverständlich muss man, wenn man in England ist, einen Afternoon Tea durchführen. Sich setzen, sich “Ich-Zeit” nehmen und die Scones, Clotted Cream, Gurkensandwiches und kleinen Köstlichkeiten in sich reinstopfen, bis nichts mehr geht – natürlich ganz gesittet und stilecht mit einer Kanne Earl Grey oder Breakfast Tea (gezuckert und mit Cream) und dem Gläschen Sekt. Moah, ich war im Himmel!! (Ehrlich gesagt, sogar recht nah dran – im 7. Stock des Hilton Liverpool mit einer wundervollen Aussicht auf die Dächer der Stadt und dem Liverpool ONE. “Tea with a view” nennt sich das da.)

AfternoonTeaHilton

Einen Vormittag habe ich mit Shopping verbracht. In der Hoffnung bzw. irrigen Annahme, die Kleidung, die hier in England verkauft wird, passt mir genausoschlecht, wie die deutsche Kleidung. Tja, da muss jetzt mein Konto drunter leiden, denn ich habe ein paar wirklich, wirklich schöne Stücke erworben, auf die ich mich jetzt schon freue, sie anzuziehen! (Und das mir, die mit Mode soviel anfangen kann, wie mit Innendesign – sagen wir einfach, ich habe mich stets bemüht.) Tolle Labels wie Monsoon, New Look, Oasis, Superdry, Warehouse, etc., gibt es bei uns leider nicht bzw. nur wenige Filialen – die haben aktuell so eine schöne Mode, dass ich mich nicht zurückhalten konnte. Und bei LEGO. Da konnte ich mich auch nicht zurückhalten – sie haben immerhin den DeLorean – hallo?! Die Zeitmaschine!!

BTTF_Figuren

Apropos Zeitmaschine… Die Zeit auf dem Zimmer mit Tee zubereiten, viel schlafen und Medikamentengabe haben wir gut mit den englischen Kanälen herumbekommen (neben dem Lesen und mitgebrachte Serien schauen) – BBC One und itv haben uns da besonders gut gefallen: The Big Bang Theory und ein paar nette Filme auf englisch und natürlich: Samstagabend, 19:30 Uhr: Doctor Who! So hatte ich die Gelegenheit, nach der ersten Folge im Kino jetzt auch Folge zwei (via iPlayer von BBC) und Folge drei (Live!! Im TV!! Auf BBC One!!) zu sehen. Bin schwer begeistert :-)

DoctorWho

Auch die lokale Apotheke ist nicht zu verachten, nette Beratung wie in Deutschland, aufdringliche andere Kunden wie in Deutschland, nur irgendwie kommt man hier schneller an Schmerzmittel – ob ich das gut oder schlecht finden soll, kann ich noch nicht beurteilen. Dem besten Mann hat es auf jeden Fall gut getan!

Ein Wort zum Wetter noch: Ich habe nur eine Vermutung, warum England so regnerisch verschrien ist – hat es doch während unsere Aufenthaltes nur ein einziges Mal geregnet – und das war früh morgens. Ansonsten hatten wir strahlenden Sonnenschein bei 15-20° Celsius. Traum-Wetter für Unternehmungen aller Art!

Am Sonntag hieß es schon wieder: Koffer packen, alles ab ins Auto – denn Montagmorgen, 7 Uhr, war Abfahrtszeit. Wieder 6 Stunden bis zur Fähre, 2 Stunden Überfahrt, und 4 Stunden bis nach Hause. Wir fielen uns vor Freude mit den Katzen in die Arme – haben sie doch ihre Dosenöffner schwer vermisst :-)

Linz und Wien: Mit viel Charme durch’s Leben

Ein verlängertes Wochenende wegfahren – das war schon lange mal wieder fällig! Der beste Mann hat sich einen Fotoworkshop in Linz (oder Umgebung) gebucht und ich die Flüge nach Wien nebst Hotel in Linz und Mietwagen. Samstagmorgen bis Montagabend, na da war ich ja mal gespannt!

An den Flügen mit NIKI war nichts auszusetzen, der Mietwagen wurde ein 1er BMW und das Hotel war keine 5 Gehminuten vom Linzer Stadtkern entfernt. Den Samstag haben wir mit Stadtbummel, Essen gehen und die Gegend durchstöbern verbracht. Dabei sind wir auf den Biergarten im Klosterhof gestoßen. Wunderschöne, schattenspendende Bäume, viel Platz, freundlicher Service und leckeres Essen, das war eigentlich genau das, was wir uns vorgestellt und auch ein wenig gesucht hatten – das Wetter war nämlich mit 28° Celsius und angenehmem Wind perfekt für einen Biergarten! Die ersten Missverständnisse wurden aus dem Weg geräumt (“Was ist ein Gespritzter?” – “Limo mit Soda.” – “Aha…”) und als ich am Sonntag alleine herkam, um in meinem Buch endlich weiterzulesen, konnte ich schon hoch-professionell eine gespritzte Limo mit einem Marillenstrudel bestellen – mei, war der lecker! Mir viel wieder ein, wie sehr ich Marillen liebe und dass ich unbedingt nach Marillenmarmelade Ausschau halten muss!

Marillenstrudel
Ich habe das Ars Electronica Center besucht, das war eine Reise wert! Ein Museum voller Technologien: das Internet mit vielen seiner Facetten und Seiten, der menschliche Körper als Technologie (wie funktioniert zum Beispiel ein Auge, was ist eine Prothese und wie kann man sie einsetzen), 3D-Techniken, Animationen und viel, viel mehr. Nach zwei Stunden war ich so platt von Informationen, dass ich wieder gehen musste – aber wenn wir nochmal in Linz sind, gehe ich nochmal hinein!

Ars_Electronica_Center

Auf der Hin- und Rückfahrt nach Linz sind wir beides Mal in einen (kurzen) Stau geraten – und dabei ist uns etwas aufgefallen, was so in Deutschland niemals passieren würde: Es wurde automatisch eine Rettungsgasse gebildet! Die linke Spur ist nach Links gefahren und die rechte Spur auf den Standstreifen. Wir waren sehr beeindruckt.

Stau

Den Montag als Abreisetag haben wir in Wien verbracht. Ein Stück Torte im Sacher Eck (ein Café im Hotel Sacher) und eine Stadtrundfahrt mit dem roten Bus – dann war es leider schon wieder Abreisezeit.

Sacher_Eck

Ein wenig voll kam mir Wien vor – war es doch ein Montag und damit ja eigentlich ein Wochentag. Aber gut, Berlin ist tagsüber ja auch nicht gerade leer.

Österreich hat wirklich Charme und wenn sich nochmal günstige Flüge anbieten, werden wir wiederkommen!

Tenacious D in Berlin

Wenige Tage nach unserem großen Urlaub hatten wir schon wieder 1,5 Tage Urlaub – dieses Mal nur etwas näher, in Berlin.

Dienstagsabends traten Tenacious D in der Zitadelle (Berlin-)Spandau auf. Ihr einzigstes richtiges Deutschlandkonzert 2013 – das konnten wir nicht verpassen!

Bereits vor Monaten haben wir die Tickets (bei eventim) gekauft und die Flüge (bei germanwings) gebucht. Germanwings bietet die Möglichkeit, einen Spartarif (“Basic”) zu buchen, man hat dann keinen Anspruch auf einen Snack, eine Mahlzeit, etwas zu Trinken oder darauf, ein Gepäckstück mitnehmen zu dürfen. Das war ziemlich perfekt für uns – für eine Nacht reicht Handgepäck und Essen/Trinken nehmen wir so mit (was man für eine Stunde Flugzeit halt braucht).

Berlin ist eine der wenigen Städte, bei der selbst ich als leidenschaftliche Autofahrerin eingestehe, dass man mit öffentlichen Verkehrsmittel sehr viel besser voran kommt als mit dem Auto. Deswegen fiel mir die Suche nach dem perfekten Hotel auch nicht schwer: es musste nur direkt an einer U-Bahn-Haltestelle liegen. Vorzugsweise der U7, die direkt zur Zitadelle fährt. Und das Hotel war schnell gefunden:

Leonardo Hotel Berlin – perfekt gelegen an der U-Bahn Haltestelle Bismarckstr., von der die U7 und die U2 (Richtung KaDeWe, Potsdamer- und Alexanderplatz) abfahren. Für einen relativ günstigen Preis haben wir ein Doppelzimmer gebucht.

Dienstagsmittags von Köln-Bonn abgeflogen, in Berlin-Tegel gelandet, haben wir und noch zwei BVG-Tageskarten besorgt und zum Hotel aufgemacht. Ein kurzer Zwischenstopp bei Rossmann, im Hotel eingecheckt und auf zum Abendessen! Eigentlich wollten wir ein wenig durch die Gegend streifen und uns dann für etwas entscheiden – wir kamen allerdings nur bis zur nächsten Kreuzung: Ein heftiger Regenschauer zwang uns, unter einem Vordach Schutz zu suchen. Als wir da so warteten, dass es aufhört, so zu schütten, beobachteten wir die Gegend und sahen das italienisches Restaurant La Spiga auf der anderen Straßenseite. Kurz die Bewertungen geprüft, dann rein und Essen fassen!

Der beste Mann hatte eine leckere Pizza Margerita mit einem gemischten Salat. Ich habe mir Spagetti mit Pesto bestellt. Dazu gab es Brot – alles in allem leckeres Essen und gut, dass wir den Laden gefunden haben.

Kurz noch einmal im Hotel frischgemacht, haben wir uns in die U7 Richtung Spandau gesetzt und waren rechtzeitig an der Zitadelle.

Vor Ort gab es eine tolle Auswahl an Getränken und Essen – es war wirklich für jeden etwas dabei. Die Zitadelle Spandau ist ein Open-Air-Gelände, das leider nicht abschüssig ist o.ä., so musste man als kleiner Mensch einen Platz für sich suchen. Wir hatten Glück und haben recht gute Plätze gefunden. Kurz nach 20 Uhr traten Tenacious D auf – es war eine tolle Show! Für einen detaillierten Bericht verweise ich gerne auf den Artikel in der Berliner Morgenpost – sehr gut getroffen. (Zumal ich so nicht die vielen sexuellen Anspielungen aufschreiben muss, die im Konzert vorkamen.)

Die Rückfahrt war angenehm (aber etwas warm mit so vielen Menschen in der U-Bahn) – alle wussten sich zu benehmen, ziemlich Erwachsen.

Am nächsten Morgen haben wir ausgecheckt – um 16 Uhr mussten wir am Flughafen sein, es blieb also noch genug Zeit. Nach einem Frühstück im Extrablatt in den Wilmersdorfer Arcaden (wo man hervorragend Leute gucken konnte), haben wir uns mit unserem Handgepäcktäschchen aufgemacht, das KaDeWe zu besuchen. 7 Etagen voller Spaß – und doch blieben wir am meisten in der Spiele-Abteilung, bei den Elektronik-Artikeln und am Ende natürlich oben im Restaurant.

Einen leckeren Erdbeersalat und ein großes Stück Erdbeerkuchen später standen wir dann wieder auf der Straße und wussten nicht recht, wohin mit unseren restlichen 2 Stunden. Es war die riesige Auswahl, die uns etwas stocken ließ. Dann wurde uns die Entscheidung aber quasi abgenommen, da wir von einer netten jungen Frau angesprochen wurden (auch so ein Phänomen der Großstadt – dich quatschen von allen Seiten Leute an), ob wir nicht die Stadtrundfahrt machen möchten. Nach Preisprüfung und Gegencheck des Portemonnaies, saßen wir oben in einem roten Doppeldecker-Bus und genossen die Aussicht auf und die Erklärungen über Berlin. Da es mehrer Routen gibt, werden wir nächstes Mal eine der anderen Routen nehmen – Berlin ist so groß, da sieht man immer etwas Neues.

Bei unserem nächsten Besuch werden wir auch (nicht neu für mich, für den besten Mann aber schon) den Potsdamer Platz samt Filmmuseum und LEGO-Discovery besuchen. Darauf freue ich mich jetzt schon!

Mit dem Taxi wieder zurück zum Flughafen Tegel, waren wir mit ein bisschen Verspätung dann auch nach 2 Stunden wieder in Köln und konnten die Heimreise antreten – am nächsten Tag mussten wir ja wieder arbeiten. Ein schöner Kurzurlaub mitten in der Woche – soetwas wollen wir öfter machen!

Urlaub, die Liste

Nachdem ich alles über unseren Urlaub aufgeschrieben habe (naja, einen Großteil), kam mir die Idee, als Listen-verrücktes Mädel, doch einfach eine Liste mit allen Plätzen zu machen, die wir besucht haben. Sozusagen (annähernd chronologisch) eine Abfolge unserer Stationen. Vom Hotel über das Restaurants bin hin zum Toys’r’us.

Flughafen Düsseldorf (DUS)

Flughafen London Heathrow (LHR)

Flughafen Los Angeles (LAX)

Avis-Station am Flughafen LAX

Hotel: Best Western Redondo Beach Inn

In-N-Out-Burger Los Angeles (mehrmals)

at&t Torrance, Los Angeles

Beverly Center, Los Angeles

The Grove, Los Angeles

Pacific Theatre at The Grove, Los Angeles

Cheesecake Factory

Best Buy

Griffith Observatory

Pazifikstrand, Redondo Beach

VONS, Los Angeles

Mels Drive In, Los Angeles

Warner Brother Studios

Magnolia Bakery, Los Angeles

Queen Mary

Sunset Beach

Hotel: Inn at Sunset Cliffs

Town & Country Hotel (Abholung der SDCC-Badges)

Isola Pizza Bar

VONS, San Diego

San Diego Convention Center (San Diego International Comic Con)

Hilton Hotel Bayfront (im Rahmen der SDCC)

Hotel: Best Western Plus Island Palms Hotel & Marina

Blue Wave (Restaurant im Hotel)

Fashion Valley Mall (Disney-, LEGO-, Microsoft-Store, …)

AMC Theatre at Fashion Valley Mall

University of San Diego

Café Mezè (Treffen mit beetlebum und Nadini)

Humphreys Concerts by the Bay

Las Americanas Premium Outlet

Toys’r’us (das auf dem Weg lag – das finden wir nie wieder)

La Jolla Beach

Angel Stadium of Anaheim

Flughafen Chicago (ORD)

 

Schön war’s! *seufz*

Urlaub, Tag 11&12, oder: Homerun!

Zur Sicherheit haben wir uns einen Wecker gestellt – heute mussten wir schließlich pünktlich los. Ein letztes Mal das tolle Frühstück genießen, ein letztes Mal auf den Hafen von San Diego schauen und ein letztes Mal an der Küste von Kalifornien entlangfahren.

Wieder habe ich den tollen Service im Hotel genossen, der Check-out umfasste eine Minute, zwei Fragen und am Ende ein “Wir hoffen, Sie besuchen uns wieder.” – “Ja, wir auch!”.
Inzwischen ist unser Wagen so vollgepackt, dass wir auch die Rücksitzbank mit Zeug vollgepackt haben – zwei Koffern, eine Strandtasche, zwei Kamerataschen, eine große Handtasche und eine kleine Handtasche – und erstaunlich viel davon passte in den Kofferraum des Mustang (tolles Auto übrigens).

Dieses Mal sind wir die Interstate nach Norden gefahren, statt den schöneren Weg am Pazifik entlang, aber wir hatten einen Termin, also wollten wir sichergehen, genug Zeit zu haben.
“Autobahn”- bzw. Interstatefahren ist in Amerika nicht viel anders als in Deutschland, wenn man davon absieht, das man in Deutschland die Möglichkeit hat, auf mal auf einer Strecke ohne Geschwindigkeitbegrenzung zu fahren. Unser Mustang war mit Tempomat, Automatikgetriebe, Abstandswarner (und -halter) und allerlei sonstiger kleiner Spielchen ausgestattet. Das macht das Autofahren wirklich angenehm – Tempomat einschalten, Abstandshalter einschalten – und der Wagen bremt und beschleunigt selbständig. Man braucht den Fuß quasi nur noch auf der Bremse zu haben, für eventuelle Notbremsungen. Sehr praktisch – und ein viel entspannteres Autofahren. Der Sonnenschein hingegen macht das Fahren etwas anstrengender. Es kann ein subjektives empfinden sein, aber in Kalifornien hatte ich den Eindruck, die Sonne scheint stärker und intensiver als in Deutschland. Somit hatte ich fast immer eine Sonnenbrille auf – und trotzdem und trotz der Klimaanlage im Wagen scheint die Sonne auf den Körper und erwärmt alles. Am Strand sehr schön, beim Autofahren eher nicht so – es fördert nicht gerade die Konzentration.

Es war einer der heißeren Tage in unserem Urlaub, das merkten wir dann auch später noch. Unsere Verabredung hatten wir nämlich mit den Los Angeles Angels – um sie gegen die Minnesota Twins zu unterstützen.
Angekommen am Angel Stadium of Anaheim, haben wir auf dem wirklich riesigen Parkplatz geparkt, die Aussicht auf das Stadion genossen und uns auf das Baseball-Spiel gefreut – immerhin das erste Mal in unserem Leben, dass wir diese Sportart live sehen.

Angels Stadion Anaheim

Das Stadion ist ganz ähnlich aufgebaut wie Stadien in Deutschland – Fressstände, Getränkestände, Merchandise – alles recht ähnlich. Wir hatten super Plätze – schräg hinter der 2nd Base mit einem guten Überblick über das Spiel, den Werfer, den Fänger (und wie sie alle heißen) und auch die anderen Zuschauer. Riesige Displays haben einem den aktuellen Spielstand gezeigt, den aktuellen Schläger – und welche Erfolge derjenige schon hatte.
Um das Spiel etwas aufzulockern, gab es alle paar Minuten ein bisschen Musik (wie man sie aus den Filmen kennt) mit dazugehörigen Spruchbändern (ebenfalls riesige Displays an den Tribünen) mit Aufforderungen, z.B. “Make some noise” o.ä. und in jeder “Pause” nach einem Durchgang gab es die “Public Cam”, die gefühlt wahllos Personen aus dem Publikum gezeigt hat (natürlich meistens entweder Kinder oder singende/feiernde Menschen oder singende/feiernde Kinder).

Stadion Innenraum

Wir hatten erst etwas bedenken, dass wir das Spiel langweilig finden würden, immerhin kennen wir die Regeln nicht wirklich (und das heimische Brennball geht doch irgendwie anders) – aber es ist ganz einfach: Werfen, Schlagen, Treffen/Nicht Treffen, Jubeln/Nicht Jubeln. Es hat also durchaus Spaß gemacht und entgegen anfänglicher Befürchtungen war es auch nicht langweilig, da die Abstände zwischen Werfen/Schlagen/Treffen recht gut gefüllt sind.

Stadiondisplay Spielstände

Wenn nur die Hitze nicht gewesen wäre! Bei 32° saßen wir in der prallen Sonne, nur geschützt durch Sonnenhut und Sonnenbrille. Das hat aber auch nichts gebracht. Ab und an frischte der Wind etwas aus, deswegen hielten wir es länger als eine Stunde aus – nach 1,5 Stunden hatten wir aber genug und gingen erst einmal in den Schatten – und dann zurück zum Auto. Das hatte immerhin eine Klimaanlage.

Mustang

Zurück auf dem großen (unbeschilderten) Parkplatz mussten wir nur ein paar Minuten suchen, bis wir den Wagen wiedergefunden hatten – und uns wieder zum Hotel aufmachten.
Wir haben uns für die eine Nacht wieder im Best Western Reondo Beach Inn eingebucht – zu viel Abwechslung ist ja auch nicht gut. Da wir am nächsten Morgen um 3:30 Uhr aufstehen mussten, haben wir nichts größeres mehr unternommen, sondern uns nur noch auf dem Hotelzimmer ausgeruht und nach einem letzten Cheeseburger im In-N-Out-Burger den Urlaub Urlaub seien lassen. Die letzten Serienfolgen haben uns neben einem Buch in den Schlaf gewiegt.

Pünktlich um 3:30 Uhr klingelte der Wecker und ließ uns nach 5 Stunden Schlaf ein wenig desorientiert zurück. So schön der Urlaub war, wir freuten uns wirklich, wieder nach Hause zu kommen – und vor allem zu unseren Katzen. Also haben wir schnell alles restliche in die Koffer gepackt und in den Wagen geladen.

Vielleicht ein Wort an dieser Stelle zu unserem Gepäck: Wir hatten so viel auf der Comic Con und nochmal so viel im Outlet-Center gekauft, dass wir (obwohl mit einem halb-leeren Koffer angereist!) die oben genannte Strandtasche zu Handgepäck umfunktioniert haben und sie mit Wäsche gefüllt haben. Zudem haben wir alles dort gelassen, was wir in Deutschland (neu) kaufen konnten – Zahnpasta, Zahnbürsten, (fast leeres) Deo, alte Schuhe, die wir eh entsorgen wollten, und eigentlich auch den Rest unseres Kulturtäschchens (Frauenkram, ihr versteht…). So passte es dann ganz gut. Ich musste mich natürlich auf den Koffer setzen, damit er zugeht – aber eine Dame genießt und schweigt…

Die Mietwagenrückgabe bei Avis am Flughafen lässt keine Tränen zu – man ist dermaßen überrumpelt von der Rückgabe – es geht alles so schnell: Einfahren, Abstellen, Schlüssel drin lassen, Koffer rausholen, Quittung nehmen, weggehen… *schnief*. Und dann haben wir uns innerlich vom Mustang verabschiedet. Denn der Bus zum Flughafen (ca. 20 Minuten Fahrt) stand schon bereit. Wieder ein netter Busfahrer, der uns die Koffer in den Bus hievte (Mukis!) und noch die Haltepunkte ansagte, bevor es losging.

American Airlines – unser Haltepunkt – und ausgestiegen. Am American Airlines-Schalter stehen Automaten. Man zieht seinen Reisepass durch und wird eingecheckt. Upgrade? Klaro, nur 500$ pro Person. Ja nein danke. Die Koffer wurden dann nach Aufruf von einer AA-Mitarbeiterin auf eine Waage gestellt und mit einem Bändchen versehen (einer unserer Koffer bekam gar drei Bändchen – eines fürs Ziel und zwei weitere: “Heavy weight – 51 lb” und einen Hinweis, dass der Koffer am Besten in einer bestimmten Position gehoben werden sollte. Kein Übergewicht. Yes! (Obwohl bei AA nur 25 kg pro Koffer zugelassen sind, lagen wir wohl innerhalb der Toleranz.) Den Koffer konnte man dann unter einer Absperrung entlangschieben, da wurde er aufgeladen. Wieder toll: Unsere Koffer wurden direkt durchgecheckt – Sternchen dafür!

Nach der Sicherheitskontrolle (inkl. Nacktscanner für ein paar Mitreisende) ging es zum Gate. An viel erinnere ich mich nicht, nur, dass wir viel zu früh dran waren (quasi flogen wir ja nur nach Chicago, und von dort aus weiter nach Düsseldorf) und ein paar Leute am Gate übernachtet hatten. Müdigkeit war das vorherrschende Thema bei mir – deswegen habe ich ein wenig Serien geschaut und versucht, unsere letzten Dollar an den Mann oder die Frau zu bringen. Ging ganz gut. Lustigerweise haben sie in den USA auch die “Monopoly”-Aktion mit den Stickern auf den Verpackungen.

Das Flugzeug nach Chicago war in Ordnung, kein In-Seat-Entertainment, kein Extra-Service, dafür ein ruhiger Flug und ich konnte etwas schlafen. Ich bin mir nicht sicher, auf welchem Flug es war, ich glaube aber nach Chicago, als ein Spendenaufruf für UNICEF durchs Flugzeug schallte. Dort konnten wir unsere Scheine loswerden. Es waren nicht mehr viele, aber was sollten wir mit weniger als 10$ in Deutschland? Das tauscht uns eh keiner um.

In Chicago gelandet, wurde angesagt, dass der Weiterflug nach Düsseldorf ab Gate H16 ging. Ausgestiegen stellen wir fest, dass wir an Gate H14 standen und unser Abfluggate nur 2 Gates weiter war. Also haben wir es uns dort gemütlich gemacht – immerhin hatten wir nach 2 Minuten Umsteigezeit noch 103 Minuten übrig. Aber wir hatten ja auch noch ein wenig Kleingeld, also haben wir noch Chips gekauft und ein bisschen Kleinkram.

Noch gelesen, Serien geschaut – und dann ging es auch schon ins Flugzeug. Und – wieder kein In-Seat-Entertainment. Naja, dafür hatten wir ja unsere iPads. Und ich konnte endlich einen Wälzer zuende lesen. Der Flug war ebenfalls ziemlich ruhig, es gab etwas zu Essen, das war in Ordnung – Flugzeugessen ist halt kein Restaurantessen, aber durchaus essbar.

Um 07:00 Uhr morgens am nächsten Tag dann endlich in Düsseldorf gelandet, hatte der beste Mann ein kleines bisschen Panik aufgrund der von uns gekauften Waren – gut, dass ich ihn davon abbringen konnte, durch den roten Ausgang zu gehen, es hätte uns nur unnötig aufgehalten und wäre nicht notwendig gewesen. Die Koffer kamen relativ schnell (nur so 10 Minuten) und dann haben wir uns tierisch gefreut, als ein guter Freund uns (trotz daheim sitzender Ehefrau mit quasi Neugeborenem und dieser unchristlichen Uhrzeit) vom Flughafen abholte – Wiedersehensfreude pur! Als echter Gentleman brachte er uns nach Hause und wir konnten unsere Katzen ganz schnell wieder in die Arme schließen. Die Geschichte mit dem Jet-lag lasse ich hier raus, vielleicht nur eine Nachricht ans Zukunfts-Ich: 4 Tage das nächste Mal, bitte. Bei nur 3 Tagen Eingewöhnungszeit schläfst du wieder auf dem Tisch im Büro ein. Danke!

Vielleicht ein kleines Gesamt-Fazit: Urlaub ist immer toll. Aus seinem Alltag ausbrechen, etwas anderes als die eigenen vier Wände sehen und neue Menschen/Kulturen kennen lernen. Ich kann Kalifornien nicht mit anderen Außer-Europäischen Ländern vergleichen, da ich nur Europa und Kalifornien (USA) kenne. Trotzdem habe ich mich in diesen tollen Flecken Erde verliebt. Es ist die Sonne, die etwas stärker scheint. Die Menschen, die freundlich(er) sind (auch wenn ich die Norddeutsche “Schnauze” und die Rheinische Herzlichkeit durchaus zu schätzen weiß). Die Umgebung, die alle vier Meter aus einer Palme besteht. Das Meer direkt vor der Tür. Die Berge im Hinterhof. Die Wüste im Nachbargarten. Es ist dieses “du kannst alles schaffen, wenn du dich nur richtig anstrengst”-Gefühl. Es fasziniert mich und lässt mich für diese paar Tage wirklich glauben, dass alles möglich ist. Dass jeder alles schaffen kann – und dass jeder genau so leben kann, wie er es möchte, ohne einen schrägen Blick von der Seite zu bekommen.

Wir werden wiederkommen!

(Aber erstmal ist die Ostküste dran.)

Urlaub, Tag 9&10, oder: Shopping-Wahnsinn

So richtig ausgeschlafen wachten wir um 8:30 Uhr auf und haben den Tag auf uns zukommen lassen. Nach einem erneut ausgiebigen und leckeren Frühstück haben wir uns für ein kleines Wellness-Programm entschieden: Shopping!

Ungefähr eine Stunde von San Diego entfernt in Richtung Mexiko haben wir es uns in der Outlet Mall Las Americanas Premium Outlet richtig gut gehen lassen. Old Navy, Polo Ralph Lauren, Calvin Klein, New York & Company, GAP, Tommy Hilfiger,… es war super – und nach ein paar Stunden waren wir dann auch wieder bereit, diesen tollen Platz zu verlassen und haben uns erst einmal stärken müssen.

In'N'Out_Burger

Bei einem In’N’Out-Burger haben wir uns mit Cheeseburgern, Fries und Erdbeershakes eingedeckt. Die besten Burger!

Den restlichen Tag haben wir uns noch erholt, einen kleinen Kassensturz gemacht (bei dem ich fast voll Stuhl gefallen wäre) und noch ein wenig das Amerikanische Fernsehen genossen – Forrest Gump mit Originalvertonung ist wirklich schön.

Da ist uns auch wieder bewusst beworden, dass wir Filme sehr viel öfter in der Originalvertonung hören müssen. Auch wenn die Synchronisation sehr oft gut ist – das Original ist doch meistens noch etwas besser.

Noch ein paar Folgen Person of Interest und Mentalist im Bett – und wir sind selig und tiefenentspannt eingeschlafen.

Der kommende Tag wurde fast noch ruhiger. Wir haben es endlich geschafft, bis 9 Uhr zu schlafen, haben lange und lecker gefrühstückt bis 12 Uhr – und dann gemerkt, dass es ja unser letzter ganzer Tag in San Diego ist – morgen ist Abreise! Da es zu spät für eine der Attraktionen in und um San Diego war, haben wir uns für noch einen entspannenden Tag entschieden und haben nach einem Abstecher zu Toys’r’us (Miniooooons!) noch einmal das Fashion Valley unsicher gemacht.

Minion

Beim Abendessen haben wir es uns ebenfalls noch einmal richtig gut gehen lassen und haben uns nach einem tollen Essen im Hoteleigenen Restaurant Blue Wave und einem sehr leckeren New York Cheesecake auch von unserer Stammkellnerin Natalie verabschiedet – eine sehr nette und unglaublich Serviceorientierte junge Dame.

New York Style Cheesecake

Eines wollten wir aber noch sehen, bevor wir fuhren: La Jolla Beach. Wir haben sehr viel darüber gehört und wollten es mit eigenen Augen sehen – es ist wirklich sehr schön. Aber auch recht wuselig, es war sehr viel los aber zog sich sehr lang. Lustigerweise wird es in San Diego recht früh dunkel – für uns, lange-Sommerabende-verwöhnte Deutsche gewöhnungsbedürftig. Bei über 25°C erwarten wir einen langen Abend mit Sonnenlicht bis 22:30 Uhr. In San Diego geht die Sonne hingegen schon um 20:15 Uhr unter.

Entsprechend haben wir uns nach einiger Zeit wieder auf den Heimweg gemacht und die letzte Nacht in San Diego genossen und noch einmal ein wenig HBO, ABC und die anderen schönen Kanäle geschaut.

Die Tage waren sehr ruhig, es war schön, einfach mal ein wenig zu entspannen und die Tage fließen zu lassen. Dafür ist Kalifornien allerdings auch wie geschaffen – die Menschen sind entspannt, freundlich und ausgesucht höflich. Es ist wirklich ein schönes Fleckchen Erde.

Urlaub, Tag 7&8, oder: *fangirlkreisch* und “Ich kann den Text ja noch!”

Der beste Mann hat den Jetlag eindeutig besser verwunden, er konnte bis 9 Uhr schlafen – ich bin um 7 Uhr schon aufgewacht und habe noch ein wenig gelesen. Nach einem wirklich, wirklich leckeren Frühstück  im Hotel, bestehend aus Früchten mit Müsli und Vanillejoghurt für mich und einem Omelette für den besten Mann (samt einem Erdbeer-Mango-Fruchteisshake, boah, war der lecker) hat der beste Mann mir die Orte in und um San Diego gezeigt, die er am Vortag alleine erkundet hat.

Frühstücksdrink

Gefunden hat er die Fashion Valley Mall, dort haben wir uns erst einmal im Disney Store umgesehen… und gestaunt, das ist ein Kindertraum – und ein Erwachsenentraum! Es gibt von quasi jedem Disney-Film die entsprechenden Figuren, T-Shirts, Tassen, Plüschtiere, Verkleidungen, und alles, was man sich vorstellen kann. Dort sind wir auch in Sachen Souvenirs noch einmal sehr gut fündig geworden. Direkt anschließend haben wir den LEGO-Store gestürmt, wo wir etwas weniger bepackt herausgingen, als im Disney Store – wenn doch die Verpackungen der LEGO-Artikel nicht so sperrig wären!

20130720_Microsoft Store 20130720_KitchenAid

Nach noch ein bisschen Schaufensterbummel haben wir entschieden, ein wenig durch San Diego zu cruisen und sind dabei auf den Campus der University of San Diego gefahren und haben uns dort ein wenig umgesehen. Es war sehr ruhig, für einen Samstag vermutlich nicht ungewöhnlich, deswegen sind wir wieder zurück zum Hotel – denn unser großer Termin war nicht mehr weit!

20130720_USD_University

Ein wenig frisch gemacht, Zähne geputzt, Haare gekämmt und los geht’s: Auf zum Treffen mit Beetlebum!
Kurz die Vorgeschichte: In seinem Blog kündigte er an, auf die San Diego Comic Con zu fahren. Als ein langjähriger Fan seines Zeichnstils und seines Humors hat mich der Gedanke nicht mehr losgelassen, ihn quasi als ultimatives “Nerd-Fan-Erlebnis” im Rahmen der Comic Con zu treffen. Nach einigen Wochen habe ich mich tatsächlich durchgerungen, eine E-Mail zu schreiben – und jetzt wieder zurück in die aktuelle Geschichte: Wir haben ein Treffen ausgemacht! *kreisch*

20130720_FotoderMenge
Ein zufälliges Foto der Menge…

Ihn und seine bessere Hälfte zu finden, war recht einfach – er ist groß (was auf der Comic Con generell sehr von Vorteil ist übrigens). Und er hat eine recht eindeutige Frisur. Und er und seine Freundin sehen wirklich sehr ähnlich aus, wie die von ihm gezeichneten KarikaFiguren. Gott, was war ich aufgeregt!! Der zweite Satz nach der Vorstellrunde hat dann aber das Eis gebrochen und mich etwas geplättet: Nadini sprach ihn: “Euch kenn ich doch! Wir haben uns doch schon gesehen!” Äääähh, what the fu…..?? JA! Als wir an Tag 1 der Comic Con in der Mega-Schlange anstanden (Ihr erinnert euch, ich habe kurz danach repriorisiert, der beste Mann hielt tapfer durch?!) kam sie auf uns zu (mit einem uns unbekannten Mann, einem Bekannten, wie sich später herausstellte) und fragte, wofür wir anstehen (auf englisch)! (Auch diese Regel erwähnte ich bereits.) Kaum waren unsere Worte “Psych – the next Panel.” heraus, sagte sie auf deutsch: “Ah, ihr seid Deutsche?” – da hätte es mir klar werden sollen. Das ist Nadini! *fangirlkreisch* Wurde es mir aber nicht. Und so war ich völlig baff, als mir bewusst wurde, dass wir aus immerhin 130.000 Besuchern ausgerechnet mit Nadini schon einmal Worte gewechselt hatten. Das musste ich erstmal verdauen.

Einen Kaffe-Plausch später, nach dem Austausch über wichtige Dinge (Ford Mustangs, Flugzeugträger, Hochzeiten, Urlaub in Japan, etc.), hat Beetlebum mir etwas gezeichnet *heiseresFangirlkreischen*!!!!111einseinself

20130720_Beetlebum_Nadini

Nach einer kritischen Nachfrage, wann denn endlich mal wieder die nächste Folge Babble&Doodle kommt und ein paar Abschiedsfotos gingen wir wieder getrennte Wege. Hach, war das schön!

Auf den Schock haben wir uns erst einmal eine Pizza und ein Avocado-Sandwich in der Fashion Valley Mall gegönnt – und sind ins dortige AMC-Kino gegangen. Immer noch ein wenig paralysiert haben wir uns Turbo (2D) angesehen – hier mehr darüber. Danach waren wir so fertig, dass wir direkt ins Bett gefallen sind.

20130720_Sandwich

Am nächsten Tag wurde es ernst: Der letzte Tag der San Diego Comic Con – jetzt mussten wir alles machen, was wir bisher nicht geschafft haben. Also haben wir uns nach einem erneut leckeren und stärkenden Frühstück im Hotel ins Getümmel gestürzt. Diesen Tag konnten wir sogar das SDCC-Shuttle nutzen, das fährt direkt vor dem Hotel in einem Takt von 15 Minuten ab und fährt ca. 20 Minuten zum Convention Center. Super praktisch!

Nach einem ausgiebigen Shoppingtrip durch die Exhibit Hall und einer kleinen Abschiedsrunde haben wir uns an einem der Essensstände noch mit einer Pizza und ein paar Keksen gestärkt, bevor wir uns auf dem Weg zu unserem letzten geplanten Panel machten.

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Auch hier waren wir wieder viel zu früh dran – und ohne Schlange konnten wir direkt reingehen. Damit hatten wir das große Glück, in einem Panel zu landen, das sich um die Serie Under the Dome drehte. Genau genommen gab es das Screening der 5ten Folge der ersten Staffel als Vorab-Ausstrahlung – und wir waren schwer beeindruckt. Eine unglaublich spannende Serie, aufbauend auf dem Buch “Under the Dome – A Novel” bzw. “Die Arena” von Stephen King, fesselte uns direkt von der ersten Minute an und hat sich nach ganz oben auf unsere Must-See-Liste geschummelt. Als wir danach noch die Schauspieler in der Q&A-Session kennen lernen durften, waren wir restlos begeistert.

Das ist es, was mich auch sehr von der Comic Con begeistert, man entdeckt unglaublich viel, wenn man einfach mal sitzen bleibt und ein wenig offen für Neues ist.

Dann endlich, endlich kam ein von mir ersehntes Panel (und leider, leider auch unser letztes): Ein Screening von “Buffy – Once More with Feeling” – mit Untertiteln zum mitsingen! Kurz vorgestellt wurde es von Nicholas Brandon und schon ging es los. 500 Leute im Raum sangen mit, richtiges Gänsehautfeeling! Und ich habe mit Schrecken festgestellt, dass ich den Text noch konnte! Auch wenn ich mir die Folge und den Soundtrack nicht so oft angeschaut/-hört habe, konnte ich doch noch 90% des Textes auswendig (der beste Mann war schwer beeindruckt – ich auch).

Am Ende der Folge brandete tosender Applaus auf und alle standen auf – erst zum Applaudieren, dann, um den raum zu verlassen. Denkt man sich, dass man sitzen bleiben kann, solange man will, heißt es schon etwas, wenn nach einem Panel alle Leute im Raum aufstehen und ihn verlassen.

Wir schlossen uns an und waren mit dem nächsten Shuttle wieder auf dem Weg zum Hotel – denn wir hatten noch eine Verabredung am Abend.

Nachdem wir uns kurz umgezogen haben, aßen wir im Hotel sehr leckeren Ceasar’s Salad zu Abend und gingen dann los – zu Fuß. Zur Stand-up-Show von Bill Cosby im Humphreys Concerts by the Bay – eine wunderschöne Location, direkt am Meer, zwischen Palmen und nur 5 Gehminuten von unserem Hotel entfernt – ein Träumchen!

20130721_Bill Cosby

Unter freiem Himmel warteten wir bei wunderbaren Temperaturen auf den Auftritt von Bill Cosby. In Deutschland ist er (wie uns auch) eigentlich nur durch die Bill Cosby Show bekannt geworden, als Stand-up-Comedian haben wir ihn nie wahr genommen. Umso überraschter waren wir, als er die ersten Witze auf der Bühne riss und wir uns vor Lachen nicht mehr einkriegen konnten. Er ist wirklich ein toller Komiker – ein Satz, ein Geräusch, ein Gesichtsausdruck – alles spielt bei ihm zusammen die richtige Melodie und bringt einen zum Lachen. So wunderbar, dass ich nicht anders konnte, als nachträglich eine Rezension zu verfassen.

Nach diesem wundervollen Tag, an dem wir traurig, glücklich, fröhlich, satt und glücklich-geshoppt waren, konnten wir nicht einfach ins Bett fallen. Deswegen haben wir uns vor dem Schlafen gehen noch ein paar Folgen der Serie Person of Interest angesehen. Dieses Mal auf Englisch, denn wie wir in den vielen Screenings festgestellt haben, verstehen wir genug englisch, um damit auch englisches Fernsehen zu verstehen. Das wichtigste jedenfalls.

Das war die SDCC! Traurig und gleichzeitig sehr glücklich haben wir Abschied genommen – es war toll, ich würde es gerne noch einmal wiederholen, aber solange wir keinen edlen Spender finden, wird das wohl erstmal nicht möglich sein. ;-)